16.05.2019

24 Stunden Leiden am Alfsee: Daniel Bürgin erkämpft sich beim 24h-Rennen Platz sieben

Es gibt Sportler, die sich verrückte Dinge antun. 24-Stunden-Mountainbikerennen gehören in diese Sparte – vor allem, wenn man als Einzelfahrer unterwegs ist. So wie Daniel Bürgin und Sascha Ernst vom Lindauer Rennstall toMotion Racing by black tusk, die am vergangenen Wochenende eine 700-Kilometer-Anfahrt auf sich nahmen, um am 24-Stunden-Rennen rund um den Alfsee in Niedersachsen teilzunehmen. Trotz anfänglicher massiver Motivationsprobleme erkämpfte sich Daniel Bürgin am Ende Rang sieben im rund 130-köpfigen Solo-Starterfeld, Sascha Ernst erreichte in seinem ersten 24-Stunden-Rennen Platz 22.

Der Alfsee ist ein 2,2 km² großer Stausee im Norden des Landkreises Osnabrück, der am 11. und 12. Mai 2019 Austragungsort des neunten 24-Stunden-Rennens am Alfsee war. Die Strecke führte mit einer Länge von 12 Kilometern und einem Höhenunterschied von 160 Metern rund um den Alfsee. Steile Deichanstiege und –abfahrten waren von den Fahrern ebenso zu bewältigen wie holprige Wiesentrails. Auch die wenigen Teerstücke boten aufgrund des Gegenwinds kaum Erholungspausen. Der Startschuss fiel am Samstag um 14 Uhr, Zielschluss war 24 Stunden später. Während viele der Fahrer sich in der Nacht eine kurze oder auch ausgedehntere Schlaf- und Erholungspause gönnten, fuhren die Ehrgeizigsten unter ihnen die Nacht durch.

Nach einer Übernachtung auf dem Campingplatz richteten Daniel Bürgin und Sascha Ernst mit ihrem mitgereisten Betreuer eine Verpflegungsstelle ein, wo die Fahrer mit Getränken und Essen versorgt wurden, Ersatzteile für ihre Bikes bereit stellten und von ihrem Betreuer über die Zeiten der anderen Fahrer auf dem Laufenden gehalten wurden. Um 14 Uhr am Samstag standen die beiden toMotion-Racer an der Startlinie. „Mir fehlte jegliche Körperspannung und die Lust auf´s Leiden“, erinnert sich Bürgin. Trotz seiner Unlust sowie aufkommender Rückenschmerzen hangelte er sich mithilfe von kleinen Meilensteinen, Teilzielen und motivierenden Gedanken von Runde zu Runde. Auch in der Nacht, als die Temperaturen bis auf vier Grad Celsius sanken, gönnte er sich nur eine kurze Pause von zwei Stunden und kämpfte ansonsten verbissen weiter.

 

  

Als die Sonne aufging, lag der toMotion-Fahrer auf einem motivierenden elften Platz. Sascha Ernst, der sich eine längere Pause gegönnt hatte, ging am Morgen auf Rang 33 liegend wieder ins Rennen. Erst vier Stunden vor Schluss fand Daniel Bürgin so richtig ins Rennen – dann nämlich, als er erfuhr, dass ihn weniger als eine halbe Minute von Platz acht trennte. Hochmotiviert trat er in der folgenden Runde in die Pedale – und war beim nächsten Stopp am Verpflegungspunkt mit zwanzig Minuten Vorsprung auf den achten Platz vorgerückt, weil sein Konkurrent just in dieser Runde pausiert hatte. Doch auch auf Rang sieben hatte der toMotion-Racer in diesem Moment nur noch eine 30 Sekunden Rückstand. „So begann zwei Stunden vor Schluss noch die Jagd auf Platz sieben, welchen ich dann nach drei weiteren Runden und insgesamt 390 Kilometern um 14.10 Uhr Ortszeit ins lang ersehnte Ziel rettete.“ Sein Teamkollege kämpfte sich in seinem ersten 24-Stunden-Rennen noch von Rang 33 auf Platz 22 vor.

   

   

Insgesamt war Daniel Bürgin im Verlauf von 24 Stunden 32 Runden gefahren und hatte dabei 390 Kilometer und mehr als 5000 Höhenmeter zurückgelegt. Bei Sascha Ernst summierten sich 25 Runden auf rund 300 Kilometer und 4000 Höhenmeter. „Unglaubliche 24 Stunden liegen hinter uns und der siebte Gesamtrang liegt weit über meinen Erwartungen“, fasst Bürgin das Rennen zufrieden zusammen.


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