26.07.2018

Alexander Ubland im Interview

Es ist still geworden um Alex Ubland in unserem Mountainbike-Team toMotion Racing by black tusk. In den Jahren 2015 und 2016 steuerte er regelmäßig Top-Ten-Plätze zu unseren Teamerfolgen bei. Auch Podiumsplatzierungen waren immer wieder darunter, so beispielsweise Rang 2 AK beim Katzenbuckel Marathon in Waldkatzenbach und mehrere dritte Plätze in Rhens, St. Ingbert und beim Maintail Bike Marathon. Doch seit 2017 trifft man Alex auf Mountainbikerennen kaum mehr an. Das liegt daran, dass er seit letzter Saison überwiegend auf der Straße trainiert und Rennen fährt. Mit Erfolg – in diesem Jahr schaffte Alex die Qualifikation für die Weltmeisterschaft der UCI Gran Fondo World Series, die Ende August im italienischen Varese stattfindet. Bei der Rheinland-pfälzischen Straßen-Meisterschaft erreichte er in seiner Altersklasse Platz acht. Und auch bei der Cyclocross-Europameisterschaft und –Weltmeisterschaft wird er am Start stehen.

Doch Alex hat uns bei unserem Interview auch noch mit anderen Dingen überrascht. Sein Geld verdient er als Kraftfahrer der Stadt Würzburg – ein Beruf, an dem er vor allem die genialen Arbeitszeiten schätzt, die ihm viel Zeit lassen fürs Training. Und dann noch sein Wohnort: wer von uns hat schon seinen ständigen Wohnsitz in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz und besitzt zusätzlich ein Wohnmobil, so dass er auf den Rennen seine eigenen vier Wände immer dabei hat?

Wer zu Alex‘ Familie gehört und ihn bei seinen Rennen unterstützt, erfährst du in unserem Interview:

Hallo Alex, bitte stelle dich kurz vor.

Alexander Ubland, ich bin 45 Jahre alt und lebe in Würzburg. 

Wer gehört sonst noch zu deiner Familie?

Meine Tochter, 8 Jahre, allerdings lebt sie bei ihrer Mutter. 

Welchen Beruf übst du aus? Was gefällt dir daran?

Ich bin Berufskraftfahrer bei der Stadt Würzburg und fahre dort überwiegend Großkehrmaschinen und Müllwägen. Am meisten gefällt mir daran das Fahren und Bedienen von großen Lkw's, insbesondere im engen Stadtverkehr. Und natürlich die genialen Arbeitszeiten. 

Was bedeuten dir Sport im Allgemeinen und das Mountainbiken im Besonderen?

Der Sport ist einfach mein Lebensmittelpunkt, schon seit meiner Kindheit. Vor allem das Radfahren ist für mich genial, da ich es immer und überall betreiben kann. Das Ganze kann ich noch mit meiner zweiten großen Leidenschaft verbinden, dem ,,unterwegs“ sein mit meinem Wohnmobil. 

Gibt es für dich noch etwas anderes als Arbeit und Radfahren?

Laut Aussage meiner Familie und Freundin: NEIN :-)

  

Wie schaffst du es, dein Training mit Beruf und Familie bzw. Freunden in Einklang zu bringen?

Da ich ja von meiner Familie getrennt lebe, kann ich meine Trainings- und Rennplanung völlig frei gestalten. Muss somit auf niemanden Rücksicht nehmen. Meine Tochter sehe ich auch unter der Woche regelmäßig, da wir nicht weit auseinander wohnen und oftmals begleitet sie mich auch auf Rennen. Zudem fährt meine Freundin auch Rennrad, vereinzelt auch mal Rennen. Und wenn's passt, fahren wir auch mindestens ein- bis zweimal die Woche zusammen. Zum Ausgehen mit Freunden bleibt dann meist der Herbst und Winter -  jeder, der mich kennt, weiß was ich tue. 

  

Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du und wie viele trainierst du?

Meine wöchentliche Arbeitszeit beträgt  39 h. In der Regel trainiere ich immer ca. 12 bis 15 Std/Woche, je nach Rennplanung. Aber auch 20h/Trainingswochen sind keine Seltenheit. In einer normalen Rennsaison habe  ich ca. 20 bis 25 Renntage, seit letzter Saison überwiegend auf der Straße und im Winter etwas Cross. 

Passt du deine Ernährung an deinen Sport an und worauf achtest du?

Meine Ernährung passe ich dem Saisonverlauf und dem Training  schon an. Aber eigentlich schau ich immer, ob die Klamotten Größe S noch  passen, also was auch die Waage anzeigt. Denn der Schokolade kann ich kaum widerstehen…

Wie sieht ein typischer Tag unter der Woche bei dir aus?

Gegen 4:30 h schellt bei mir Montag bis Freitag der Wecker und wenn ich mit dem Rad auf Arbeit fahre, auch schon mal früher. Dienstbeginn ist 6 Uhr und endet um 15 h. Am Freitag schon um 12 h.

Dann beginnt der Trainingsalltag bis in den Abend, entweder Radtraining im Freien,  Intervalle auf der Rolle oder Krafttraining und Gymnastik. Immer den anstehenden Rennen und dem Saisonverlauf angepasst. 

Ein bis zwei Tage in der Woche nehme ich mir dann mal Zeit für Alltägliches wie auch die Hausarbeit :-). Ist bei mir ja nicht so viel, da ich in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz lebe.

Die ,,Life Balance" ist halt auch wichtig :-):-).

Woran erinnerst du dich in der vergangenen Saison besonders gern?

Der Rider Man, ein Drei-Tages-Etappenrennen auf der Straße,  an dem auch meine Freundin teilgenommen hat und mein Dad uns betreut hat. 

  

Welche Ziele hast du dir für die Saison 2018 gesetzt?

Ein Ziel hab ich dieses Jahr schon erreicht, die direkte Qualifikation bei der UCI Grand Fondo World Series auf der Straße zur Weltmeisterschaft Ende August in Varese/ Italien. 

Dann steht noch im Cyclocross die Master-EM in Holland an und zum Schluss noch die Master-WM in Belgien. 

Aber das wichtigste, und eine Grundvoraussetzung für gesteckte Ziele, ist unser aller Gesundheit. Insbesondere, dass mein Dad mich noch so oft und so lange wie möglich begleiten kann.


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