22.01.2019

Daniel Bürgin im Interview

Daniel Bürgin ist ein sympathisch-schräger Vogel. Ein hochgewachsener, schlanker Mann, der mit seiner Frau und zwei bezaubernden Töchtern im Dreiländereck im schönen Schwarzwald zuhause ist. Seit 2017 leitet er den toMotion-Standort Südschwarzwald und ist auch sonst im Bereich Mountainbike sehr aktiv: als Blogschreiber, Teiletester für verschiedene Komponentenhersteller, Schreiber und Tester für ein Mountainbike-Magazin und neuerdings auch als Veranstalter von Teamevents. Klingt eigentlich alles sehr seriös und engagiert – und ist es auch. Und trotzdem: Daniel ist nicht der durchschnittliche Biker von der Stange. Wer ihn kennengelernt hat weiß, dass er sich mit seiner einzigartigen Mimik, Gestik und Wortwahl sowie mit seinem Hang, sich immer wieder mit Custom Made Bikes selbst zu verwirklichen, des Prädikats „schräger Vogel“ als durchaus würdig erweist.

Vor rund zweieinhalb Jahren wagte Daniel zusammen mit Andrea Potratz von toMotion das Experiment, einen Durchschnittsbiker mithilfe von Leistungsdiagnostik, Trainingsplan und Ernährungsumstellung fit zu machen und ihm Rennerfolge zu bescheren. Der Versuch war durchaus von Erfolg gekrönt, denn in den Jahren 2017 und 2018 fuhr er eine ganze Reihe von Top-10-Platzierungen in seiner Altersklasse ein. Über seine Erfahrungen mit Leistungsdiagnostik, Trainingsplanung und Co. berichtete Daniel in höchst amüsanten Beiträgen auf seinem Blog www.becomeapro.one. Jetzt, gut zwei Jahre später, ist Daniel einer der gesponserten Fahrer im Team toMotion Racing by black tusk, der seine Liebe zu Langstreckenrennen gefunden hat und bevorzugt 6-, 12- oder auch 24-Stunden-Rennen fährt.

Was Daniel beruflich macht, womit er sich in seiner Freizeit auslebt und welche Ziele er sich für das Jahr 2019 gesetzt hat, erfährst du in unserem Interview:

Hallo Daniel, bitte stelle dich kurz vor.

Mein Name ist Daniel Bürgin, ich wohne in dem Dorf Steinen im Dreiländereck, bin 37 Jahre jung und toMotion-Standortleiter im Südschwarzwald.

Wer gehört sonst noch zu deiner Familie?

Mein Frau Pamela und meine zwei Töchter Soe May und Mayla, gefolgt von gefühlt 43 Hasen und Meerschweinchen, die meine Frau züchtet.

   

Welchen Beruf übst du aus? Was gefällt dir daran?

Ich bin Ausbildungsleiter in einem industriellen Unternehmen im Bereich der Durchflussmesstechnik.

An junge Menschen Wissen und Fertigkeiten zu vermitteln, um  die Grundlage für eine abgeschlossene Berufsausbildung und somit den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen, finde ich klasse. Wir alle haben Menschen in unserm Leben, die uns mal etwas beigebracht haben, von dem wir heute noch profitieren.

Was bedeuten dir Sport im Allgemeinen und das Mountainbiken im Besonderen?

Ich spare mir die üblichen Floskeln wie „Ausgleich zum Job“ oder „gern draußen“ usw.

Ich habe durch den Sport viele tolle Menschen und Freunde kennen gelernt, mit denen ich durch das Radfahren jede Woche Zeit verbringe. Durch die gemeinsamen Trainingskilometer, Rennwochenenden oder Ausflügen erleben wir immer schöne wie auch kuriose Geschichten, an die man sich gerne erinnert. Das schweißt zusammen, darauf möchte ich nicht verzichten.

  

Gibt es für dich noch etwas anderes als Arbeit und Mountainbiken?

Zwischen der Arbeit und dem Biken hat meine Familie natürlich den berichtigten Anspruch auf Ehemann und Papa. Ich habe eine gewisse Affinität zur Biketechnik. Manche nennen mich liebevoll Freak oder Nerd (Grüße an Andreas), weshalb ich zunächst Schreiber und Tester für das Online- Magazine twentynineinches.de war. Danach wurde ich von Vittoria zunächst als Tester für Serienteile, danach für Prototypen eingesetzt. Im SQlab Testteam bin ich ebenfalls Mitglied und schreibe nun meine eigenen „Geschichten“ auf meiner Seite www.becomeapro.one. Nachdem ich einige Prototypen meiner eigenen Kurbel und Steckachsen entwickelt und gefertigt habe, zieht es mich nun vermehrt zum Aufbau von „Custom“ Bikes hin. Ich versuche mich also in möglichst vielen Facetten des Sports auszuleben, ansonsten findet man mich gerne auch mal beim Zocken am PC oder beim Schlemmen am Buffet. :-)

Wie schaffst du es, dein Training mit Beruf und Familie bzw. Freunden in Einklang zu bringen?

Es gibt klar geregelte (vier) Trainingstage pro Woche, die Rennen und Events werden zu Jahresbeginn mit Pamela besprochen. Zwar gibt´s da immer kleine Differenzen, trotzdem unterstützt mich meine Familie, wo sie kann. Ohne diesen Rückhalt und „goodwill“ wäre es sowieso nicht möglich, den Sport so auszuleben. Danke an meine Liebsten, ihr seid klasse und meine tollsten Fans!

  

Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du und wie viele trainierst du?

Es waren mal 6-10 Stunden vereinbart, aber da hält sich Andrea Potratz nicht immer dran… :-)

Passt du deine Ernährung an deinen Sport an und worauf achtest du?

Ich achte immer darauf, möglichst viel zu essen. :-)

Vor einem Jahr habe ich meine Ernährung auf deutlich weniger  Kohlenhydrate umgestellt. Manchmal gelingt mir das besser,  manchmal dann wieder weniger gut. An der Entwicklung meines Fettstoffwechsels erkennt man, dass ich dennoch mehr richtig als falsch mache.

Wie sieht ein typischer Tag unter der Woche bei dir aus?

Eigentlich total langweilig, Montag bis Donnerstag bin ich um 15.30 Uhr zu Hause. Dienstag & Mittwoch gibt´s ein kurzes Training (bis 2 Stunden). Montag und Donnerstag kümmere ich mich um die Familie oder was sonst noch ansteht. Freitag arbeite ich bis 12 Uhr da gibt’s meist 3 Stunden Training, samstags folgt dann eine längere Ausfahrt von 4-7 Stunden mit meine Teamkollegen. Sonntag gehört dann der Familie mit gemeinsamem Frühstück, Wandern, chillen auf der Couch oder mal das Besuchen vom Indoorspielplatz mit den Mädels.

Woran erinnerst du dich in der vergangenen Saison besonders gern?

An mein erstes 24 Stunden Rennen. Es war unglaublich toll, dass mich meine Jungs vom Standort und Teammate Sascha Strauss begleitet haben. Die 24 Stunden als Solist zu beenden plus die Erlebnisse meiner Kollegen und Familie an diesem Tag sind solch schöne Erinnerungen, von denen ich weiter oben sprach.

Welche Ziele hast du dir für die Saison 2019 gesetzt?

Nach meinem ersten 24 Stunden Solo werden es kommendes Jahr gleich drei. Auch hier werden mich meine Jungs begleiten und wir werden ne geile Zeit haben. Zudem gibt mir Andrea die Chance, eigene Events auszuschreiben. So wird es ein eigenes Trainingslager und weitere Tagesfahrten geben. Das kommende Jahr hat also wieder neue und spannende Herausforderung für mich parat, auf welche ich mich mit dem Team sehr freue.


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