22.09.2020

Defektserie bei der Deutschen Meisterschaft im Mountainbike Marathon

Der Odenwald Bike Marathon, in dessen Rahmen in diesem Jahr die Deutsche Meisterschaft im Mountainbike Marathon stattfand, stellte sich für die Teammitglieder des Lindauer Rennstalls toMotion Racing by black tusk als materialmordendes Rennen heraus. Von den zehn gestarteten Teammitgliedern wurden vier durch technische Defekte ausgebremst oder ganz aus dem Rennen geworfen, andere hatten mit Krämpfen zu kämpfen. Auf der Kurzstrecke fuhren Jos van Sterkenburg und Gerd Neumann ein starkes Rennen und schafften beide den Sprung aufs Podium. Bei der Deutschen Meisterschaft, die auf der Langstrecke ausgetragen wurde, fuhr Mark Jagenow als 28. der Master1-Alterskategorie das beste toMotion-Ergebnis ein. Niklas Gathof zeigte in Kirchzarten bei der Baden-Württembergischen Meisterschaft im Cross Country (XCO) eine starke Leistung und erkämpfte sich in der U19-Altersklasse einen Platz unter den Top Ten.

„Beim Odenwald Bike Marathon gab es in diesem Jahr unheimlich viele Defekte, auch bei uns im Team“, erinnert sich Chris Schaaf, der als „Local“ die Teambetreuung vor Ort mit organisiert hatte. „Mark hatte vorne und hinten gleichzeitig einen Platten, bei Sven riss ein Ventil ab und sowohl ich als auch Jürgen mussten das Rennen mit einem abgerissenen Schaltwerk vorzeitig beenden“.

 

Auf der Langstrecke des Odenwald Bike Marathon, bei der über drei Runden mit insgesamt knapp 75 Kilometern und 2200 Höhenmetern die Deutsche Meisterschaft 2020 ausgetragen wurde, war Mark Jagenow über zwei Runden gut unterwegs, bis er in Runde drei zunächst von einem Reifendefekt vorne ausgebremst wurde und bei der Reparatur feststellen musste, dass auch sein Hinterreifen Luft verlor. Da er nur einen Ersatzschlauch dabei hatte, kostete ihn die Reparatur fast eine Dreiviertelstunde Zeit und zwang ihn dazu, die restlichen zwölf Kilometer bis ins Ziel im Wiegetritt zurückzulegen. Mit einer Zeit von über vier Stunden landete er auf Rang 28 der Master1-Kategorie. Niko Zimmermann startete mit einer sehr schnellen ersten Runde (1:02:39) ins Rennen, musste dem hohen Tempo dann aber in Form von Krämpfen Tribut zollen. Mit einer Zeit von 3:40:57 Stunden kam er auf Rang 71 der DM-Elite-Wertung ins Ziel, dicht gefolgt von Christian Ludewig, der Platz 72 belegte. David Klaiss hatte mit Rückenschmerzen und Krämpfen zu kämpfen und wurde 78..

 

 

Das Kurzstreckenrennen des Odenwald Bike Marathons wurde über eine Runde mit 25 Kilometern und 750 Höhenmetern ausgetragen. Jos van Sterkenburg aus Mannebach in Rheinland-Pfalz erwischte einen bärenstarken Tag und legte von Beginn an ein hohes Tempo vor. Sein Rhythmus wurde unterwegs nur einmal kurz durch Fahrer/innen der Langstrecke gestört. „Ich hatte guten Druck auf dem Pedal und konnte, bis auf die kurze Störung, auf der technischen Strecke sowohl berghoch als auch bergrunter genau mein Tempo fahren“, erinnert sich der 16-jährige TNT-Fahrer. Für die 25 Kilometer lange Strecke benötigte er nur 1:06:08 Stunden und erkämpfte sich damit Platz sieben des 120-köpfigen Fahrerfeldes sowie Rang drei der Juniorenkategorie. Sein 63-jähriger Teamkollege Gerd Neumann fuhr mit einer Zeit von 1:22:02 Stunden ebenfalls aufs Podium und freute sich über Platz zwei der Senioren4-Kategorie. Michael Urschitz kam zeitgleich mit Neumann auf Rang elf der Senioren3-Altersklasse ins Ziel.

 

In Kirchzarten im Südschwarzwald wurde am selben Tag auf einem technisch anspruchsvollen Kurs von knapp 15 Kilometern und 670 Höhenmetern die Baden-Württembergische Meisterschaft im Olympischen Cross-Country (XCO) ausgetragen. Mit dabei: Niklas Gathof aus Amtzell im Allgäu. „Die Strecke mit fünf Runden, auf der ich dieses Jahr bereits ein Rennen bestritten hatte und die mir sehr gut lag, wies dieses Mal eine leicht veränderte Streckenführung auf“, berichtet der 17-jährige Fahrer vom toMotion Nachwuchs Team (TNT). In der zweiten Runde konnte er sich auf Rang zehn seiner Alterskategorie festsetzen und diesen bis ins Ziel verteidigen. „Mit einem Platz unter den Top Ten bei der BaWü in einem so starken Feld bin ich überglücklich und stolz!“, freute sich das toMotion-Nachwuchstalent nach dem Rennen.

 

 

Ergebnisübersicht:

Odenwald Bike Marathon, Langstrecke / Deutsche Meisterschaft 2020 im Mountainbike Marathon (75 km, 2250 hm)

59. Platz Herren OBM / 71. Platz Elite m DM         Niko Zimmermann (3:40:57)
44. Platz Sen1 OBM / 72. Platz Elite m DM           Christian Ludewig (3:41:40)
61. Platz Herren OBM / 78. Platz Elite m DM         David Klaiss (3:54:55)
62. Platz Sen1 OBM / 28. Platz Master1 DM         Mark Jagenow (4:09:31)
84. Platz Herren OBM / 102. Platz Elite m DM       Sven Schmid (1:15:44 – DNF)

Odenwald Bike Marathon, Kurzstrecke (25 km, 750 hm)

3. Platz Junioren               Jos van Sterkenburg (1:06:08)
2. Platz Sen4                    Gerd Neumann (1:22:02)
11. Platz Sen3                  Michael Urschitz (1:22:02)
DNF                                  Chris Schaaf
DNF                                  Jürgen Langhans

 

Baden-Württembergische Meisterschaft 2020 im XCO (14,89 km, 670 hm)

10. Platz U19      Niklas Gathof (0:52:56)

 

Original-Rennberichte:

Jos van Sterkenburg, 3. Platz Junioren (7. Platz Gesamt) beim Odenwald Bike Marathon, Kurzstrecke:

„Gestern ging es in der Frühe, das heißt 4:45 Uhr aufstehen, zum Odenwald Bike Marathon. Nach 2h Schlafen im Auto waren wir dann endlich angekommen. Dann hieß es trotz der strengen Corona-Maßnahmen ganz normal Startnummer abholen, warmfahren, starten. Vom Start weg konnte ich einige Kilometer lang mit konstantem Abstand zur Spitzengruppe mitfahren, verlor dann jedoch den Anschluss durch Fahrer/innen der Langstrecke. Ich hatte durchgehend guten Druck auf dem Pedal und konnte, bis auf das Aufhalten, auf der technischen Strecke  berghoch und bergrunter wirklich genau mein Tempo fahren. Unglücklicherweise waren die Trails auch sehr staubig, sodass die Sicht stark eingeschränkt war. Im Ziel kam ich als Siebter aller Fahrer und Dritter meiner Altersklasse an. Als abschließendes Rennen für diese Saison durchaus ein gutes Ergebnis.“

Mark Jagenow, 28. Platz Master1 bei der Deutschen Meisterschaft 2020 im Mountainbike Marathon:

„Eines vorweg: ein Start bei einer Deutschen Meisterschaft ist für mich eine sehr schöne Ehre. Auch wenn es bei uns Hobbyfahrer nicht um eine Top Platzierung geht. Für mich zählt hier der Olympische Gedanke - dabei sein ist alles.

Somit ging es bei bestem Wetter im schönen Odenwald nahe Mannheim und Heidelberg an den Start zur Deutschen Meisterschaft. Schon bei der Erkundung der ersten Kilometer zeichnete sich ein sehr eckiger und nervöser Streckenverlauf ab. Teamkollegen hatten den Kurs als technisch eher nicht anspruchsvoll bezeichnet, was ich aber nach der Durchfahrt der ersten Runde nicht mehr bestätigen konnte.

Der Start verlief für mich eher verhalten. Ich war mal wieder vom Kopf noch nicht ganz wach. Ich benötigte mal wieder ein paar Kilometer, um im Rennen zu sein. Aber dann lief es gut. Wie oben schon beschrieben, war ich überrascht von dem schönen Kurs! Viele Trails, bergauf wie bergab. Die Bergauf-Passagen waren zum Teil sehr steil, was heißt, dass die Höhenmeter mühsam zustande kamen. Kaum Zeit zum Ausruhen, es ging permanent hoch und runter. Richtig nervös. Was nicht gerade meine Vorlieben deckt. Nur zum Schluss der Runde war mal ein bisschen längerer Anstieg dabei (150 hm).

Die erste Runde lief super, ich konnte gut in einer Gruppe mitfahren. In der 2. Runde haben Fahrer aus dem Elite-Block, die 2 min vorher gestartet waren und welche wir aufgefahren hatten, unsere Gruppe gespalten, weil sie im Trail nicht die Pace der ersten Fahrer halten konnten. Leider war ich hinter den Elite Fahrern. Somit war die Gruppe weg, und irgendwie lief es ab dann nicht mehr so. Ich merkte ein bisschen ein Loch gegen Ende der 2. Runde. Habe dann bewusst ein bisschen rausgenommen. Zu Beginn der 3. Runde fing ich dann langsam an einzugehen. Ich habe mich jetzt darauf konzentriert, Kräfte zu bündeln, um noch einigermaßen Druck auf die Pedale zu bekommen. Nach der Verpflegung bei km 60 ging es wieder besser, und ich war wieder mit 2 Leuten aus meiner AK gut unterwegs. Später konnte ich nachschauen, das die Kollegen auf Platz 17 und 18 unterwegs waren.

Bis dann im einem Trail, in einer steilen Abfahrt, bei Überfahrt von einem Stein oder ähnlichen das üble Geräusch aufgetaucht ist. Shit dachte ich mir - 12 Kilometer vor dem Ziel einen Platten vorne. Na ja, Schlauch raus, und rein damit, dass es weitergehen kann. Bei der Montage des Schlauches ist mir dann ein weiteres Zischen aufgefallen. Und zwar am Hinterrad. Doppeltes Pech. Was will man machen! Vorderrad fertiggemacht und dann versucht, das Hinterrad mittels Maxalami zu flicken, denn ich hatte ja meinen einzigen Schlauch schon für das Vorderrad verbraucht. Leider war das Loch so groß, dass die Maxsalami es nicht dichtgemacht hat. Nach ca. 20-30 min Reparaturzeit dachte ich schon ans Aufgeben. Dann hat mir aber ein weiterer Fahrer, den an derselben Stelle das gleich Pech eingeholt hat, gesagt, dass wir auf jeden Fall fertig fahren. Das hat mich wieder an mein Motto erinnert "dabei sein ist alles" und Hauptsache kein DNF (welches noch nie bei mir gestanden hat). Übrigens: In den 20-30 min Reparaturzeit waren an dieser Stelle 6 Fahrer mit Platten. 2 davon auch vorne und hinten.

Mit einem Schleicher bin ich dann auf die letzten 12 Kilometer. Habe ungefähr 10-mal nachgepumpt und bin zu 98 % im Wiegetritt gefahren, damit kein Gewicht aufs Hinterrad kommt. Dadurch habe ich richtig Zeit eingebüßt, ca. 40 min. Aber das war dann auch irgendwie egal. Hauptsache fertig fahren!

Das war mein erster Defekt während eines Rennens überhaupt (seit 2014). Wenn es jetzt wieder für die nächsten 6 Jahre so bleibt, wäre ich zufrieden :-)“

Niko Zimmermann, 71. Platz Elite bei der Deutschen Meisterschaft 2020 im Mountainbike Marathon:

„Am Sonntag fand im Rahmen des Odenwald Bike Marathon die Marathon DM statt. Zu fahren waren 75 km und ca. 2200 Höhenmeter in 3 Runden. Ich ging mit guten Beinen in das Rennen und konnte die erste Runde in 1:02:39 fahren. Dann bekam ich ziemlich starke Krämpfe und musste meine Gruppe ziehen lassen. Ich verlor sehr viel Zeit, konnte das Rennen aber noch zu Ende fahren und habe damit mein Ziel erreicht. Die Strecke war technisch nicht sehr anspruchsvoll, hat aber viel Spaß gemacht.“

Christian Ludewig, 72. Platz Elite bei der Deutschen Meisterschaft 2020 im Mountainbike Marathon:

„Mein zweites Rennen der Corona Saison 2020. Es ging zur Deutschen Meisterschaft im Marathon. Eine Strecke, die ich ähnlich einschätzte wie Neustadt an der Weinstraße und so war es dann auch. Knapp 75 km und über 2.200 hm auf sandigem Boden und teils rutschigem Schotter, doch eine tolle, flowige Strecke mit knackigen Anstiegen.

Ich wurde ziemlich weit hinten aufgestellt, wegen meiner späten Anmeldung zur DM. Vom Start weg ging es durch Weinreben bergauf und das Feld kam erst mal zum Stehen. Anschließend bin ich im Verlauf des Rennens mein Tempo gefahren und habe einen guten Rhythmus gefunden. Runde 1 und 2 waren sehr ähnlich und konstant von der Rundenzeit. Runde drei hatte ich jedoch am letzten Anstieg einen Innenschenkelkrampf und musste stark rausnehmen. Doch am Ende war es ein super Rennen und ich war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Klar, die Rennhärte fehlt dieses Jahr etwas und ich denke, deswegen war es am Ende doch recht zäh. Doch ich habe auch noch nie ein Rennen mit so vielen Defekten gesehen. Pro Runde habe ich locker 8 Fahrer mit Defekt überholt und ich bin heilfroh, sauber durchgekommen zu sein.

Auch ein Riesen-Dank geht an das Orgateam  Chris Schramm und Fam. Schmid. Die Verpflegung war perfekt und Gold wert beim Rennen!“

David Klaiss, 78. Platz Elite bei der Deutschen Meisterschaft 2020 im Mountainbike Marathon:

„Es war richtig gutes Wetter, als ich am Start stand. Gleich nach dem Start kam ich auch gut mit, bekam aber schnell Rückenschmerzen. Ich konnte aber noch gut fahren. Als ich an einer Kurve vor einem steilen Anstieg abgerutscht war, hatte ich kurz Probleme wieder loszufahren, da es sehr rutschig war. Ich bekam immer größere Schmerzen im Rücken und wollte nach der ersten Runde aufhören. Als ich durch das Ziel kam, reagierte ich zu spät und fuhr doch weiter auf die zweite Runde. Da ging es dann plötzlich besser und ich war wieder voll motiviert. In der letzte Runde bekam ich dann Krämpfe und machte langsamer. Kam aber trotzdem gut ins Ziel und die Strecke machte viel Spaß.“

Chris Schaaf, DNF beim Odenwald Bike Marathon, Kurzstrecke:

„Odenwald Bike Marathon - Heimrennen vergeigt

Der OBM sollte so eine Art Wiedereinstieg in den Wettkampfsport werden, auch wenn die Saison ja schon fast vorbei, aber eben auch noch so jung ist in diesem außergewöhnlichen Jahr. Und auch wenn ich in den letzten Wochen schon an zwei Rennen teilgenommen habe. Doch dort waren die Form und somit auch die Resultate fernab meiner eh schon nicht mehr allzu hohen Ansprüche.

Besser vorbereitet, die Strecke als Local in- und auswendig kennend, ging's dann letzten Sonntag an den Start. Die ersten beiden Anstiege liefen schon mal sehr gut, im dritten mussten dann einige Fahrer vor mir vom Bike und blockierten den Trail. Ich entschied mich, den Pulk durchs Unterholz zu umfahren. Dumme Idee! Ein Ast stellte sich auf und riss mir das Schaltwerk ab. Ende im Gelände!

Und so war er dann nach 5 Kilometern auch schon wieder vorbei, der Odenwald Bike Marathon. Aber diese 5 Kilometer haben echt Laune gemacht. Ich denke, ich werde das Rennenfahren wieder etwas mehr in den Fokus nehmen. Denn auch das ganze Drumherum mit Bikefreunden und vor allem dem toMotion Racing by black tusk Team hat wieder riesig Spaß gemacht.“

Niklas Gathof, 10. Platz AK bei der Baden-Württembergischen Meisterschaft 2020 im XCO in Kirchzarten:

„Am Samstag den 20.09.2020 startete ich bei der Baden-Württembergischen Meisterschaft in Kirchzarten (XCO). Die Strecke mit 5 Runden, auf der ich dieses Jahr bereits ein Rennen bestritten hatte und die mir sehr gut lag, wies dieses Mal eine leicht veränderte Streckenführung auf.  Aus der zweiten Startreihe ging es auf die Startrunde. Am Start konnte ich mich ganz nach vorne schieben und führte das Feld mit ca.30 Fahrern am Startanstieg an. In der zweiten Runde musste ich dann eine große Gruppe ziehen lassen und fand mich auf Platz 10 ein. Diesen Platz konnte ich halten und nach hinten absichern, so dass ich konstante 3 Runden fahren konnte. Mit einem Platz unter den Top Ten bei der  BaWü in einem so starken Feld bin ich überglücklich und stolz!“

 

 

 


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