31.07.2017

Dennis Hussner im Interview

Dennis ist ein echter Kämpfer. Als Renn-Betreuer hört man von ihm im Vorbeifahren: „Ich kann nicht mehr!“ – und dann haut er doch wieder eine Bombenzeit und eine tolle Platzierung raus. Während der Saison ist er zusammen mit seiner Partnerin Petra, die eine engagierte, erfahrene Mithelferin an den toMotion-Verpflegungsstellen ist, auf vielen der toMotion-Teamrennen anzutreffen. Was Dennis vor allem an den Team-Etappenrennen schätzt und wie der Arbeitsalltag des Kraftfahrzeugtechnikmeisters bei einem der großen, deutschen Autobauer aussieht, erfahrt ihr in unserem Interview:

Hallo Dennis, bitte stelle dich kurz vor.

Hallo, ich heiße Dennis Hussner, bin noch 38 Jahre jung und wohne in einem kleinen Ort nahe der niederbayerischen BMW-Stadt Dingolfing.

Wer gehört sonst noch zu deiner Familie?

Meine Partnerin Petra und Tochter Nina, die demnächst ihren 18. Geburtstag feiern darf.

  

Welchen Beruf übst du aus? Was gefällt dir daran?

Ich bin  Kraftfahrzeugtechnikmeister, natürlich beschäftigt im BMW Werk gleich um die Ecke.

Ich arbeite offline am Gesamtfahrzeug (Entwicklungs-/Vorserienfahrzeuge) und habe immer mit der neuesten Technik zu tun. Egal ob Antriebstechnik, Kommunikation, Innenausstattung. Es gibt jeden Tag eine neue Herausforderung und es bleibt spannend, wo die Reise beim Automobil hingeht.

Was bedeuten dir Sport im Allgemeinen und das Mountainbiken im Besonderen?

Sport ist ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben, schon als Kind war nach der Schule Sport angesagt, damals noch staatlich gefördert. Es ist heute für mich der Gegenpol zur Arbeitswelt, wo man einfach abschalten kann.

Gerade auf dem Mountainbike kann man sich bestens  in der Natur bewegen, dabei ist es egal, welches Wetter. Lange Strecken zurücklegen und einfach Spaß haben auf den Trails. Der Wettkampf ist dabei auch ein wichtiges Thema für mich, das direkte Duell vom Start bis ins Ziel, Adrenalin, sich durchbeißen, auch wenn es mal nicht so läuft.

  

Gibt es für dich noch etwas anderes als Arbeit und Mountainbiken?

Ja, das eine echt gute Frage. Nein! … Natürlich kümmert man sich ja zwischendurch um seine Liebsten daheim.

Wie schaffst du es, dein Training mit Beruf und Familie bzw. Freunden in Einklang zu bringen?

Da kommt ja gleich die nächste spannende Frage… Es gehört schon einiges an Planung dazu, also der Plan zusätzlich zum wöchentlichen Trainingsplan von Andrea. Das macht dann meine Partnerin Petra, die hält mir auch den Rücken frei und kümmert sich um so viele wichtige Dinge – Riesen-Respekt und Dankeschön muss ich da mal erwähnen!  Ansonsten würde so einiges definitiv nicht funktionieren.

Außerdem hab ich mit meinen Arbeitszeiten gut Glück und bin nicht ganz so straff gebunden, da kann man den Nachmittag etwas flexibel gestalten. Zur Not muss halt mal eine Trainingseinheit ausfallen oder ein Rennen wird eben nicht gefahren. Als Hobbysportler arbeite ich ja nicht am nächsten Weltmeistertitel *lach*

Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du und wie viele trainierst du?

Ich arbeite ca. 40 Stunden in der Woche im Normalfall, in Zeiten von Neuanläufen sind es dann auch schon mal mehr. In der Automobilindustrie können sich die Bedingungen quasi über Nacht ändern.

Dem gegenüber stehen je nach Trainingsphase bis zu 14 Trainingsstunden pro Woche.

Passt du deine Ernährung an deinen Sport an und worauf achtest du?

Früher war der Teller immer randvoll und der Topf leer. Seit ich so aktiv auf dem Rad bin und ich mich auch täglich mit Training und Ernährung beschäftige, achte ich besser auf die Menge und auch darauf, was ich esse. Wenn es geht zuckerfrei, weniger Kohlenhydrate, Rohkost, gute Gewürze… einfach ausgewogen und keine Fertigprodukte oder Fastfood. Eine bestimmte Ernährungsstrategie verfolge ich nicht. Noch nicht.

Wie sieht ein typischer Tag unter der Woche bei dir aus?

Morgens zwischen 4 und 6 Uhr aufstehen, keine Zeit verlieren und zur Arbeit. Meist zu Fuß oder mit dem Auto. Wenn ich von der Arbeit komme, starte ich wenn es geht gleich ins Training. Besonders im Winter muss das wegen früher Dunkelheit flott gehen, da ich überwiegend im Freien fahre und die Rolle vermeide. Wenn Zeit ist, kümmere  ich mich noch um den Bike-Fuhrpark. Reparaturen, Service oder Aufbauprojekte erledige ich selbst. Das nimmt nicht wenig Zeit in Anspruch, da ich bei der Technik gern vorn dabei bin.

Woran erinnerst du dich in der vergangenen Saison besonders gern?

Hervorzuheben wäre das Etappenrennen Bike4Peaks bzw. heuer die Zillertal Bike Challenge. Weniger eine Platzierung, sondern eher das Teamerlebnis mit toMotion. Das ist jedes Jahr ein Saisonhöhepunkt. Der dritte Podestplatz in der Teamwertung im Zillertal war dann nochmal ein extra Bonus.

Welche Ziele hast du dir für die Saison 2017 gesetzt?

Grundsätzlich wie jedes Jahr die eigenen Rennzeiten verbessern, d.h. auch automatisch noch fitter werden. Die Zillertal Challenge bestmöglich finishen habe ich ja geschafft. Es stehen noch an die 12h EM in der Staffel, sowie die 24h in München. Eine Tagestour von Passau nach Wien habe ich mir im Sommer vorgenommen, ob es klappt, bleibt offen. Ansonsten gesund bleiben, Spaß haben und den Urlaub mit Petra genießen…

     


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