22.07.2019

Jan Finster im Interview

Jan ist ein „sportbegeisterter Familienmensch“. Auch wenn seine Arbeit und das Mountainbike-Training einen hohen Stellenwert genießen, stehen im Mittelpunkt seines Lebens seine Frau Michelle und seine drei Kinder. Wobei er ein gutes Händchen dafür hat, das eine mit dem anderen zu verbinden. So begleitet ihn seine Familie oft zu seinen Mountainbikerennen, und Jan steht dafür als Fußballtrainer seines jüngeren Sohnes am Spielfeldrand und fiebert mit „seiner“ Mannschaft mit. Jan ist erst seit Herbst 2018 Mitglied von toMotion Racing by black tusk, hat sich aber offenbar schon gut in unserem Team eingelebt. In dieser Saison stand der Spezialist für Kurzdistanzen bereits mehrfach auf dem Podium und sucht sich seine Mountainbike-Abenteuer auch abseits des Renngeschehens. So Anfang Juni, als er gemeinsam mit seinem Freund André den Stoneman Miriquidi in einem Tag bezwang. Seinen Bericht über diese Tour liest du in dem Bietrag direkt unter dieser Vorstellung (siehe News-Übersicht auf der Homepage). Was Jan beruflich macht und welche Rennen er am liebsten fährt, erfährst du in unserem Interview:

Hallo Jan, bitte stelle dich kurz vor.

Hallo, mein Name ist Jan Finster. Ich bin 42 Jahre alt und seit diesem Jahr neu bei toMotion Racing by black tusk.

Gebürtig komme ich aus Sachsen-Anhalt, lebe aber schon seit mehr als zehn Jahren mit meiner Frau Michelle, unseren drei Kids und unserer Katze in Remshalden im schönen Remstal bei Stuttgart.

Wer gehört sonst noch zu deiner Familie?

Meine Schwester wohnt mit ihrer Familie im Schwarzwald und mein Vater mit seiner Lebensgefährtin in Sachsen-Anhalt bzw. Thüringen. Die Familie meiner Frau wohnt ebenfalls im Remstal.

Wir versuchen, alle so oft es geht zu sehen, was aufgrund der Entfernungen und der Termine, die jeder so hat, leider nicht immer ganz einfach ist.

Welchen Beruf übst du aus? Was gefällt dir daran?

Vor einigen Jahren bin ich vom Banksektor in den Versicherungsbereich gewechselt und dort als interner Revisor bei einer Krankenkasse tätig. Da meine Arbeit alle Unternehmensteile betrifft, erhält man einen guten Blick über den Tellerrand und beschäftigt sich alle paar Wochen mit neuen Themen. Dadurch ist meine Tätigkeit sehr abwechslungsreich und spannend. Dazu haben wir ein großartiges Team.

Was bedeuten dir Sport im Allgemeinen und das Mountainbiken im Besonderen?

Ich war schon immer gern sportlich aktiv. Auch Basketball, Badminton und Volleyball habe ich sehr lange und teilweise intensiv betrieben.

Als ich mich vor einigen Jahren beim Volleyball ziemlich übel am Knöchel verletzte, fing ich wieder intensiver mit dem Biken an und fuhr auch bald schon mein erstes Cross Country Rennen. Seither trainiere ich regelmäßig, versuche laufend an meiner Fahrtechnik zu feilen und jedes Rennen gut vorbereitet und fokussiert anzugehen. So sprangen auf einmal auch die ersten Podiumsplatzierungen raus, was mir einen zusätzlichen Motivationsschub gab. Und in diesem Jahr konnte ich dann in Dessau endlich auch mal ganz nach oben auf das Siegerpodest.

 

Über das Mountainbiken habe ich inzwischen einige ganz besondere Menschen kennen lernen dürfen und verbinde viele außergewöhnliche Erlebnisse und Erfahrungen mit diesem Sport.

An den Wochenenden steige ich gerne frühmorgens aufs Rad, fahre eine größere Runde und genieße die frische Luft und die Ruhe im Wald. Dabei kann ich wunderbar abschalten und die Akkus wieder aufladen. Meist bin ich dann zum späten Frühstück mit frischen Brezeln wieder daheim.

Fährst du Rennen und wenn ja, was sind deine Lieblingsrennen?

Ich versuche bei acht bis zehn Rennen pro Jahr am Start zu stehen und jede Saison auch wieder neue Events in meinen Rennkalender einzubauen. Für EM-, WM- oder Olympiateilnahmen fehlt mir aber leider die Zeit.;-) Daher bin ich im Hobby-/Amateurbereich im Cross-Country unterwegs und sehe da meine Stärken in den Kurzdistanzen bis 35 km.

Mir liegen eher die kleineren bis mittelgroßen Veranstaltungen wie in Plüderhausen oder Veringendorf. Dort kann man das Herzblut, das die Organisatoren in die Planung gesteckt haben, an allen Ecken spüren. Aber auch Bike the Rock in Heubach und der Assa Abloy Bike Marathon in Albstadt sind super Veranstaltungen. Hier packt einen besonders die Stimmung an der Strecke.

 

In den nächsten Jahren möchte ich unbedingt mal ein 24 Std. Rennen und auch mal Veranstaltungen im Ausland mitnehmen. Gerne auch gemeinsam mit anderen toMotion-Fahrern.

Gibt es für dich noch etwas anderes als Arbeit und Mountainbiken?

Natürlich haben die Arbeit und das Biken einen hohen Stellenwert in meinem Leben. Allerdings steht meine Familie für mich an erster Stelle. Die Kinder haben ebenfalls ihre Hobbies, meine Frau zaubert traumhafte Torten und wir versuchen, allen bestmöglich gerecht zu werden. Mein jüngerer Sohn spielt beim SV Remshalden Fußball. So kam eins zum anderen und nun bin ich dort seit einiger Zeit ehrenamtlich als Trainer beschäftigt, was mir sehr viel Spaß macht, auch weil es mich so wunderbar an die Zeit zurück erinnert, als ich in diesem Alter war.

 

Für unseren kleinen Garten fehlt leider oft die Zeit, so dass wir dort vornehmlich Löwenzahn anbauen. :-)

In der Zeit, die dann noch bleibt, treffen wir uns mit Freunden oder der Familie.

Wie schaffst du es, dein Training mit Beruf und Familie bzw. Freunden in Einklang zu bringen?

Da die Kids derzeit in drei verschiedenen Einrichtungen (Kindergarten, Grundschule, Gymnasium) sind, gilt es für meine Frau und mich, neben unserer Arbeit und den Hobbies einige Dinge unter einen Hut zu bringen. Mit Unterstützung einiger treuer Freunde und einem Mix aus festen Zeiten und frühzeitiger Planung schaffen wir es, die für uns wichtigsten Termine betreffend Job, Familie und sonstigen Themen in den Griff zu bekommen. Dabei hilft uns unter anderem ein sehr großer Küchenkalender, der allerdings jeden Monat ziemlich voll ist.

Mein Radtraining kombiniere ich mit dem Arbeitsweg oder ich absolviere es, wie erwähnt, am Wochenende in den Morgenstunden. Glücklicherweise finde ich direkt vor der Haustür super Trainingsbedingungen vor.

Oft sind wir am Wochenende aber auch gemeinsam als Familie aktiv. In den Urlauben sind wir i.d.R. mit dem Wohnmobil unterwegs und auch da ist dann das Rad immer dabei.

Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du und wie viele trainierst du?

Ich habe im Geschäft eine 39-Stunden-Woche und kann seit kurzem auch ab und an von daheim aus arbeiten. An diesen Tagen kann ich mich dann auch mal um das Mittagessen kümmern und meine Tochter vom Kindergarten abholen.

In der Regel komme ich auf ca. 8 bis 12 Trainingsstunden pro Woche. Die Menge hängt ein wenig von der Jahreszeit und meinen sonstigen Verpflichtungen ab. Mein Radtraining findet ausschließlich draußen und auf dem Mountainbike statt. Ich benötige für die einfache Distanz zur Arbeit (ca. 25 km) etwa eine Stunde und baue je nach Zeitdruck gern auch noch einen extra Weinberg oder ein paar Trails mit ein. Zusätzlich mache ich ein paar Dinge zum Ausgleich, wie Schwimmen oder Koordinationsübungen. Dazu kommt mein Trainerjob, wo ich natürlich auch gefordert werde.   

Passt du deine Ernährung an deinen Sport an und worauf achtest du?

Ich betreibe den Sport als Hobby, versuche aber, mich halbwegs gesund und ausgewogen zu ernähren. Mein Arbeitgeber bietet eine gute Kantine, wo ich mich meist am Salatbuffet bediene. Allerdings muss ein ordentliches Abendessen und dazu auch öfters mal was Süßes drin sein, sonst ist die Laune im Keller. Fast Food und Alkohol meide ich weitestgehend.

In den Tagen vor Wettkämpfen trinke ich sehr viel. Am Wettkampftag selbst frühstücke ich spätestens zwei Stunden vor dem Start und verzichte dabei auf Milch- und säurehaltige Lebensmittel. Das hat sich einfach bewährt. Bei den kurzen Rennen reichen mir während des Rennens ein bis zwei Gels, auf den längeren Distanzen nehme ich gern auch noch einen Riegel dazu.

Wie sieht ein typischer Tag unter der Woche bei dir aus?

6:15 Uhr geht der Wecker. Nach dem Aufstehen mache ich mich frisch und fertig. Dann bereite ich für alle das Vesper für Kindergarten, Schule und Geschäft. Die Jungs gehen allein, bzw. mit ihren Freunden zur Schule. Unsere Tochter bringen wir abwechselnd in den Kindergarten. Danach geht es meist mit dem Rad ins Geschäft, wo ich dann nach einer kurzen Dusche mit der Arbeit starte. Ich frühstücke in der Regel erst direkt am Arbeitsplatz und lese dabei schon die ersten geschäftlichen Mails und News. Nach der Arbeit geht es wieder mit dem Rad heim. Gegen 18:00 Uhr essen wir gemeinsam und tauschen uns zum Tag aus. An zwei Tagen in der Woche geht es abends noch mit meinem Sohn zum Fußball.

Unsere Jüngste bekommt jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Anschließend telefonieren wir häufig noch mit Freunden oder der Familie oder wir genießen einfach einen ruhigen Abend zu zweit.

Welche Begegnung (beim Mountainbiken oder außerhalb des MTB-Sports) bleibt dir in schöner Erinnerung?

Beim Mountainbiken selbst hatte ich schon viele schöne Erlebnisse, wie das Ankommen am Gardasee nach einem Alpencross oder die kurzen Gespräche mit Mitstreitern in besonders schweren Anstiegen, die sich nahe dem Maximalpuls oft auf ein Kopfschütteln oder ein Nicken reduzieren.

Die bewegendsten Begegnungen in meinem Leben hatten aber nichts mit Sport zu tun. Das waren die Geburten meiner Kinder und der sehr schwere Abschied von meiner Mutter, die 2017 leider viel zu früh verstarb.

Woran erinnerst du dich in der vergangenen Saison besonders gern?

Der Alpencross in Pustertal und der Assa Abloy Bike Marathon in Albstadt waren super Erfahrungen.

Was die Ergebnisse angeht, bin ich auf meinen dritten Platz beim Hegau Bike Marathon in Singen bei starker Konkurrenz besonders stolz.

Welche Ziele hast du dir für die Saison 2019 gesetzt?

Mein größtes Ziel lautet, gesund und fit zu bleiben und sturzfrei durch die Saison zu kommen. Dazu möchte ich jedes Rennen, bei dem ich antrete, auch finishen und für mein neues Team toMotion Racing by black tusk möglichst das eine oder andere Podium abgreifen.

Als besonderes Highlight habe ich mir zusammen mit einem guten Freund für dieses Jahr den Stoneman-Miriquidi über neun Gipfel des Erzgebirges vorgenommen.

 

 


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