27.03.2018

Jürgen Richter im Interview


Eines der vielen schönen Dinge an unserem Team toMotion Racing by black tusk ist seine Vielfalt. Die Altersspanne reicht von 14 Jahren bis zum „Senior President“. Und auch in beruflicher Hinsicht wird ein weiter Bogen gespannt vom Handwerk über den Dienstleistungsbereich bis hin zu den akademischen Berufen. Ein bunt gemischter Haufen also, bei dem aber auf den ersten Blick alle gleich ausschauen: das schwarz-cyanfarbene Dress von toMotion Racing by black tusk sorgt für das „Wir-Gefühl“ und macht es einfach, ins Gespräch zu kommen.

Heute stellen wir euch einen Mann vor, der beim ersten Kennenlernen durch seine bloße Körpergröße beeindruckt. Jürgen Richter ist knapp zwei Meter groß und gehört dem Standort Lindau an. Der Rechtsanwalt in eigener Kanzlei betreibt das Mountainbiken vor allem „zum Ausgleich“ und aus gesundheitlichen Gründen. Trotzdem ist er während der Saison immer wieder auf Rennen anzutreffen. Welche Herausforderungen sein beruflicher und familiärer Alltag für ihn bereit hält, erfährst du in unserem Interview.

Hallo Jürgen, bitte stelle dich kurz vor.

Ich heiße Jürgen Richter, bin mittlerweile 53 Jahre alt, wenngleich ich mich radfahrend jünger fühle, und wohne in Sigmaringen-Laiz, dem Ausgangspunkt des romantischen Donautales am Rande der Schwäbischen Alb.

Wer gehört sonst noch zu deiner Familie?

Meine Familie ist stark männerlastig, wenn man von meiner Frau Eva und unserer Dalmatinerhündin Indira absieht. Eva und ich haben vier Jungs, nämlich die Zwillinge Johannes und Matthias im Alter von 17, Christoph (15) sowie Michael mit seinen acht Jahren.

 

Welchen Beruf übst du aus? Was gefällt dir daran?

Ich bin als Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei in Sigmaringen mit Begeisterung tätig. Gemeinsam mit den Mandanten die jeweils richtige Strategie herauszuarbeiten und die so definierten Interessen zielgerichtet zu verfolgen, gleicht der Freude an der Ideallinie auf einem Trail. Helfen zu können und eigener Herr zu sein, sind die Sonnenseiten, die rare Freizeit der zarte Nebel im Berufsalltag.

Was bedeuten dir Sport im Allgemeinen und das Mountainbiken im Besonderen?

Sport ist Freizeit. In jungen Jahren diente er dem Austoben, Kräftemessen (Fußball, Skifahren), im Studium dem Ausgleich (Handball) und nunmehr verstärkt neben dem Ausgleich auch einfach der Gesundheit, die mit komplexen Kniebandverletzungen aus jungen Jahren etwas belastet ist. Die Zeit auf dem Bike bedeutet für mich vor allem Freiheit, räumlich wie geistig. Ich genieße es, einfach drauflos zu radeln und die Natur, der ich bei Abfahrten gelegentlich etwas zu nahe komme, zu erleben.

 

Gibt es für dich noch etwas anderes als Arbeit und Mountainbiken?

Natürlich meine Familie. Phasenweise gelingt es, die Jungs und das Radfahren zu vereinen, aber letztlich siegt bei diesen der Fußball, und so stehe ich nach zehn Jahren Trainertätigkeit nun nur noch als Vater auf dem Platz.

Wie schaffst du es, dein Training mit Beruf und Familie bzw. Freunden in Einklang zu bringen?

Indem ich einfach aktiv bin.

Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du und wie viele trainierst du?

Arbeitsstunden zähle ich nicht, halte mir aber definitiv jedes Wochenende frei und bei gutem Wetter kann es schon mal sein, dass ich etwas früher aus dem Büro verschwinde. 400 Radstunden im Jahr machen rund 7 bis 8 Stunden die Woche. Im Winter brauche ich pro Einheit fast eine Stunde, bis ich mich aufraffe und angezogen habe, im Sommer eine zur gemütlichen Einkehr hinterher.

Passt du deine Ernährung an deinen Sport an und worauf achtest du?

Nun ja, beim Wippen würde ich gegen jeden im Team gewinnen, hier gibt es also noch Verbesserungspotenzial. Es gibt aber im Team immer interessante Anregungen, etwas greift man immer auf. Natürlich achte ich darauf, die Fettverbrennung anzuregen. 

Wie sieht ein typischer Tag unter der Woche bei dir aus?

Ich bringe die Kinder zur Schule und mich ins Büro, arbeite durch, bis mein Trainingspartner Horst sich meldet oder ich selbst feststelle, dass das Wetter zu gut ist oder ich die Akten nur noch von links nach rechts lege. Dann geht es raus, donnerstags zu meinen alten Herren ins Fussballvereinsheim zum Kartenspielen, nachdem ich schon lange nicht mehr kicken kann, und ansonsten stehen Familienfahrdienste und Familie an. Immer wieder wird spontan entschieden, was wir Eltern wie aufteilen.

Woran erinnerst du dich in der vergangenen Saison besonders gern?

Ja, zum Beispiel an den Teamabschluss im Schwarzwald. Ein ganzer Haufen netter Leute! Ansonsten an jedes absolvierte Rennen, letztes Jahr unter anderem in Kempten, vor Ort in Veringendorf, Pfronten, Albstadt, Furtwangen und zum Ausklang die Lokalrennen Illmensee und Engelcup in Daugendorf.

Welche Ziele hast du dir für die Saison 2018 gesetzt?

Immer länger zu radeln, ohne meine Speicher anzugreifen und mich einfach im Rahmen meiner Bestzeiten der Vorjahre bewegen. Mir ist bewusst, dass ich nicht mehr ins Nachwuchsteam komme.


Facebook