22.10.2020

Milan Zak im Interview

Milan ist erst vor kurzem zum Team toMotion Racing by black tusk gestoßen, gemeinsam mit seinem Freund Christian Fuhr. Er gehört zum toMotion-Standort Rhein-Main und wohnt in Limburg an der Lahn. Milan ist ein sehr strukturiert arbeitender Mensch, der seinen Tagesablauf gut im Griff hat. So konnte er sich neben seinem eigentlichen Beruf als Reha-Fachberater noch eine eigene kleine Firma aufbauen, in der er Arbeit und Hobby verbindet. Worauf Zakengineering spezialisiert ist und wie es ihm gelingt, sein Arbeits- und Trainingspensum mit seinem privaten Umfeld in Einklang zu bringen, erfährst du in unserem Interview.

Hallo Milan, bitte stelle dich kurz vor.

Milan Zak, geboren am 22.07.1987 (33 Jahre jung). Ich wohne in der Gemeinde Brechen, in der Nähe von Limburg an der Lahn und ca. 30 km vom Großen Feldberg (Taunus) entfernt.

Wer gehört sonst noch zu deiner Familie?

Ich wohne mit meiner Freundin Rebecca zusammen. Mein Sohn Vince (8 Jahre alt) kommt oft übers Wochenende zu uns. 

Welchen Beruf übst du aus? Was gefällt dir daran?

Seit gut 15 Jahren arbeite ich als Reha-Fachberater bei uns in der Nähe als Außendienstmitarbeiter. Am meisten Freude bereitet es mir, im Kontakt mit so vielen verschieden Menschen die unterschiedlichsten Herausforderungen zu meistern. Man kann natürlich wie in fast jeden Beruf einfach seine Arbeit machen und abends heim gehen, aber das nicht meine Welt. Ich möchte meine Arbeit gerne mit einem hohen Anspruch an mich selbst erledigen und den Kunden zufrieden stellen.

Seit fast zehn Jahren habe ich als zweites Standbein eine kleine Firma, in der ich mein Hobby Autos und meine Leidenschaft am Motorsport verbinde. Zakengineering macht das, was es von der Stange nicht zu kaufen gibt, sei es für das klassische Tuning oder für den Motorsport.

 

Was bedeuten dir Sport im Allgemeinen und das Mountainbiken im Besonderen?

Der Radsport hat mich schon in jungen Jahren begeistert. An meinem Geburtsort Jesenik in Tschechien gab es einen kleinen Radladen, der eigentlich nur aus einem ca. 30 m² großen Verkaufsraum bestand. Im Nebengebäude waren dann noch das Lager und eine Werkstatt. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich dahin kam -  ich glaube, ich sollte zu meinem Geburtstag mal ein neues Rad bekommen. Da war ich 9 oder 10 Jahre alt. Danach war ich regelmäßig dort anzutreffen. Der Besitzer ist selbst Rennrad gefahren, aber ich war schon immer eher im Matsch zuhause. Leider hatte ich daheim niemanden, der den Radsport mit mir teilen wollte, daher bin ich schon als Kind/Jugendlicher meist alleine gefahren. Irgendwann kam aber die Zeit, wo das Radfahren nicht mehr so im Fokus stand, weil da eher die motorisierten Fahrzeuge interessant wurden.

 

Im September 2016 habe ich mir bei einem Bekannten ein Giant XTC 29 Zoll Rad geliehen mit der Absicht, es zu kaufen. Der Kauf stand bereits nach der ersten Probefahrt fest. Dieses Rad wollte ich haben! So kam ich wieder aktiv zum Radfahren und an diesem Tag packte mich das Mountainbike-Fieber. Ich fing langsam an und fuhr zunächst nur ein- bis zweimal pro Woche, weil es gerade Winter wurde. Da ich noch gut 20 kg mehr auf den Rippen hatte, hat mir die Kälte aber noch nicht so viel ausgemacht. Es war eine wunderschöne Anfangszeit! Ein gutes halbes Jahr später beschloss ich, aktiv an meinem Gewicht zu schrauben. Im Juli 2017 bin ich mein erstes Mountainbikerennen gefahren. Endlich mal eine Nummer am Lenker! Knapp zwei Monate später kam ein 24h-Rennen im 6er-Team und ein paar Wochen später noch ein Marathon im Hunsrück. Da war es um mich geschehen und ich steigerte mich immer weiter ins Radsportleben rein.  Das Mountainbiken ist eine schöne Ablenkung, weil man abseits  der Straße den ganzen Stress hinter sich lassen und wunderbar entschleunigen kann. Was gibt es Schöneres, als frühmorgens die ersten Hügel zu erklimmen. Die traumhafte Aussicht und die frische Luft sind das, was mir am meisten gefällt. Rennradfahren macht mir auch mega viel Spaß, aber auf das Mountainbike könnte ich nicht verzichten.

Fährst du Rennen und wenn ja, was sind deine Lieblingsrennen?

Ja, ich fahre Rennen – sehr gern sogar. Aber zeitlich ist es nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Mein Lieblingsrennen war bisher der Canyon Rhein-Hunsrück MTB Marathon in Rehns. Aber es gibt so viele Rennen, die toll sind. Ich könnte mir vorstellen, dass sich ein Etappenrennen oder MTB Marathon in den Bergen als meine Favoriten herauskristallisieren werden.

Wie schaffst du es, dein Training mit Beruf und Familie bzw. Freunden in Einklang zu bringen?

Ich muss mir Termine machen, um alles unter einen Hut zu bekommen. Das Wichtigste ist, dass der Partner Verständnis hat für das Hobby. Der Radsport ist sehr zeitintensiv und wenn man das Ganze ambitioniert angeht, kommt man nicht drum herum, einfach mal früh aufzustehen, um bei Zeit wieder daheim zu sein. Das funktioniert bei uns ganz gut, weil wir viel darüber reden und ich die abgesprochenen Zeiten sehr genau einhalte. So bekomme ich meinen Freiraum für den Sport.

Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du und wie viele trainierst du?

Ich arbeite mehr als die übliche Wochenzeit, die ein Normalbürger arbeiten geht.   Von April bis Oktober versuche ich, 10 bis 13 Stunden pro Woche auf dem Rad zu sitzen. Im Winter fahre ich vor allem auf der Rolle – da sind es meist 7 bis 10 Stunden pro Woche. Es gibt aber auch Wochen, wo ich das nicht ganz schaffe.

Passt du deine Ernährung an deinen Sport an und worauf achtest du?

Ernährung ist mir sehr wichtig. Ich koche leidenschaftlich gern und achte auf das, was es bei uns zu essen gibt. Unter der Woche kocht meist Rebecca, da ich es zeitlich einfach nicht schaffe. Wir stimmen uns dabei sehr gut ab. Sie macht alles, worauf ich Lust habe oder wovon ich der Meinung bin, dass ich es jetzt zu mir nehmen sollte. Wir achten darauf, dass wir  immer abwechselnd viel Gemüse, Kartoffeln, Reis und Nudeln essen. Fleisch gibt’s bei uns auch, aber nicht mehr so viel… Das holen wir seit kurzen auch nur noch beim Bauern aus dem Ort.

Ich bin auch einer der wenigen, die beim Radfahren sehr viel essen. Alle 60 bis 90 Minuten - je nach Belastung - muss was zum Kauen rein. Außerdem achte ich sehr darauf, meine letzte Mahlzeit mindestens 60 Minuten vor dem Sport zu mir zu nehmen.

Wie sieht ein typischer Tag unter der Woche bei dir aus?

Montag und Mittwoch: 7 bis 17 Uhr Arbeit, anschließend 2 – 3 Stunden Training. Danach mit Rebecca gemeinsam den Abend entspannt zu Ende gehen lassen. 

Dienstag und Donnerstag: meist gegen 6 Uhr mit dem Rad los Richtung Arbeit, 1,5 - 2 Stunden fahren, meist locker. 8 bis 17 Uhr Arbeit, dann geht’s in die Werkstatt bis 22 Uhr.

Von Freitag bis Sonntag ist mein Tag nicht mehr ganz so strukturiert, da wird unseren Zeitplan immer anpassen an das, was wir so vorhaben.

Meine Tage sind recht lang, aber ich komme ganz gut damit zurück. Wenn mein Körper nicht mehr kann, merke ich es meist sehr früh und weiß, wo ich rausnehmen muss.

Woran erinnerst du dich in der vergangenen Saison besonders gern?

Leider hatte ich in der Saison 2019 bei meinen MTB-Rennen meist Pannen. Nur beim Ötztaler Radmarathon lief es ganz gut für mich. Natürlich habe ich mich darauf besser vorbereitet als auf ein MTB-Rennen. Zum Glück hat auch das Material gehalten. Nur die Psyche hat in der Nacht davor etwas verrückt gespielt – da habe ich keine zwei Stunden geschlafen, weil ich so aufgeregt war. Am Start noch paar nette Gespräche und dann ging es auch schon los. Bis kurz vor der Verpflegungsstation am Kühtai bin ich mit Christian Fuhr zusammen gefahren, musste ihn dann aber ziehen lassen. So musste ich mich den Rest des Tages selbst motivieren. Eine Erfahrung, die man als begeisterter Radsportler auf jeden Fall einmal machen sollte.

Welche Ziele hast du dir für die – doch etwas außergewöhnliche - Saison 2020 gesetzt?

Ich hatte mir für die Saison 2020 schon ein paar Höhepunkte vorgenommen. Leider kam uns allen das Virus dazwischen. Einige Wettkämpfe möchte ich aber in 2021 nachholen. Unter anderem würde ich gerne den Rothaus Bike Giro fahren.

 

Bulls Cup in Adenau Anfang März 2020, mit Christian Fuhr.

 

Mit vielen Teammitgliedern, hier Michael Urschitz: Sigma Bike Marathon in Neustadt a.d.W., August 2020.

 

NASPA Bike around the Clock 8-Stunden-Mountainbikerennen, August 2020,
im 2er-Team mit Christian Fuhr

 

 

 

 

 

 


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