27.07.2020

Niklas Gathof im Interview

Niklas ist eines der wenigen Teammitglieder von toMotion Racing by black tusk, über die im bisherigen Corona-Jahr 2020 regelmäßig in den toMotion-Racing-Pressemitteilungen berichtet wurde. Grund dafür ist seine Affinität zur virtuellen Welt: der 16-jährige Racer aus Amtzell im Allgäu nahm an der Bundesliga-Rennserie 2020 der German Cycling Association statt, die aufgrund der Pandemie in diesem Jahr ausschließlich virtuell in Form von Zwift-Rennen ausgetragen wurde. Als drittbester Junioren-Fahrer der Bundesliga-Gesamtwertung 2020 stellte Niklas sein Talent dabei eindrucksvoll unter Beweis.

So ist es nicht verwunderlich, dass Niklas seit diesem Jahr auch dem toMotion Nachwuchs Team TNT angehört. Gemeinsam mit seinen TNT-Teamkollegen verbrachte er im März 2020, kurz vor dem Lockdown, ein Trainingswochenende in Lindau, bei dem die jungen Biker Ausdauer-Leistungstests absolvierten, Kraft- und Koordination trainierten und Spaß hatten bei einer gemeinsamen Ausfahrt.

 

Das für April geplante Trainingslager in der Provence musste aufgrund der Grenzschließungen jedoch ausfallen und auch reale Rennen konnten die Nachwuchstalente in diesem Jahr noch nicht fahren. Niklas hofft, dass ab August wieder das eine oder andere Rennen stattfinden wird, so dass er sich in diesem Jahr nicht nur virtuell mit anderen Mountainbikern messen kann.

Was Niklas beruflich macht und welchen Stellenwert das Mountainbiken in seinem Leben einnimmt, erfährst du in unserem Interview:

Hallo Niklas, bitte stelle dich kurz vor.

Ich heiße Niklas Gathof, bin 16 Jahre alt und komme aus dem schönen Amtzell im Allgäu direkt vor dem Bodensee.

Wer gehört sonst noch zu deiner Familie?

Meine Mama und Papa (Susi und René), meine kleine Schwester Nele und zwei Katzen.

Welchen Beruf übst du aus? Was gefällt dir daran?

Ich mache aktuell eine Ausbildung zum Fahrradmonteur, bleibe also immer dem Bike treu, egal ob auf Arbeit oder beim Training. Für mich kam kein anderer Beruf in Frage, da ich schon immer sehr viel an meinen Rädern selbst rumschraube. Der Beruf macht mir sehr viel Spaß, da ich immer die neusten Komponenten bearbeiten kann.

Was bedeuten dir Sport im Allgemeinen und das Mountainbiken im Besonderen?

Sport gehört schon immer zu meinem Leben. Vor allem jetzt mit Ausbildung ist das Bike einfach nur noch Entspannung. Andere liegen nach der Arbeit auf der Couch, um den Feierabend zu genießen, ich tue dies meistens auf dem Bike. Auf dem Rad kann ich einfach frei sein und Trails rocken - für mich Entspannung pur! Wenn ich mal Ruhetag habe, findet man mich meistens mit dem Dirtbike auf dem Asphalt-Pumptrack in unserem Dorf.

Fährst du Rennen und wenn ja, was sind deine Lieblings Rennen?

Na klar fahre ich schon seit 2011 jedes Jahr ca. 15 Rennen. Zu meinen Favoriten gehören der Marathon im Montafon, auch wenn ich dort bisher nur die 30 km fahren durfte. Montafon ist einfach ein Traum, den M3 kann ich jedem empfehlen. Natur… Natur... Trails... Natur. 

 

Außerdem Hard in Österreich. Direkt am Bodensee, eine Stunde über Rampen und künstliche Hindernisse. Und seit letztem Jahr das erste MTB-Rennen in Amtzell. Mein Heimrennen vor vielen Zuschauern, die meinen Namen rufen.

 

Gibt es für dich noch etwas anderes als Arbeit und Mountainbiken?

Tatsächlich fast nicht. Wenn ich mal nicht im Wald oder auf dem Pumptrack zu finden bin, dann meistens bei Freunden. Für mich gehören zum Abschalten aber meistens zwei Räder.

Wie schaffst du es, dein Training mit Beruf und Familie bzw. Freunden in Einklang zu bringen?

Das ist gar nicht so einfach. Wenn, dann meistens an Ruhetagen und dort bleiben auch nur 2-3 Stunden. Aber bis jetzt hat sich noch niemand beschwert, dass ich zu wenig Zeit für ihn habe.

Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du und wie viele trainierst du?

Zurzeit sind es 45 Stunden Arbeit und ca. 13 Stunden Training. Zu Corona-Zeiten waren es auch mal gut 55 Stunden Arbeit die Woche.

Passt du deine Ernährung an deinen Sport an und worauf achtest du?

Ich versuche, meine Ernährung so gut wie möglich anzupassen, auch wenn mir das manchmal echt nicht leicht fällt. Da ich auf Arbeit relativ wenig Zeit für aufwendige Mahlzeiten habe und auch nicht die besten Kochkünste besitze, versuche ich einfach das Beste aus beidem zu machen.

Wie sieht ein typischer Tag unter der Woche bei dir aus?

7:30 Uhr aufstehen, damit ich 9:00 Uhr fit auf Arbeit bin. Dann bis 18:00 Uhr arbeiten und meistens ca.19:00 Uhr aufs Bike, trainieren und abschalten.

Welche Erlebnisse (beim Mountainbiken oder außerhalb des MTB-Sports) bleiben dir in schöner Erinnerung?

Definitiv das Bike-Wochenende in Davos Klosters. Eine besondere Erfahrung, die Berge nicht nur von weitem zu sehen, sondern mittendrin zu stehen und dann noch auf dem Gipfel. Mehr Natur und Freiheit kann es nicht geben.

Noch eine schöne Erinnerung habe ich an das Finale der German-Cycling Academy in Berlin. Durch virtuelles Fahren auf der Rolle suchte die GCA in Zusammenarbeit mit dem BDR junge Talente (4 Jungs und 2 Mädchen), die dann in Berlin während der Bahnrad ihr Bestes geben durften. Das wird mir immer in Erinnerung bleiben.

Außerdem Biken im Spanienurlaub im Bikepark LaPoma. Und 7 Tage Training auf der original Weltcupstrecke La Bresse in Frankreich.

Woran erinnerst du dich in der vergangenen Saison besonders gern?

Da letztes Jahr mein erstes bei toMotion war, erinnere ich mich besonders gern an die gemeinsamen Teamrennen. Ich fühlte mich sofort von jedem im Team aufgenommen. Da ich acht Jahre lang Einzelkämpfer war, war das echt positives Neuland für mich und ich fühlte mich sofort willkommen.

Mein 7ter Gesamtplatz im Alb Gold Juniors Cup und der Sieg in der AK in Schömberg. Außerdem mein erstes Heimrennen in Amtzell.

Welche Ziele hast du dir für die – doch etwas außergewöhnliche - Saison 2020 gesetzt?

Naja - außergewöhnlich trifft es ganz gut. Ich versuche, das Beste daraus zu machen. Ich werde meine Leistung virtuell über Zwift abrufen. Ab August wird dann hoffentlich wieder das eine oder andere MTB-Rennen stattfinden. Als Ziel setze ich mir, dieses Jahr noch ein Junior World Series Rennen zu fahren, sozusagen der Weltcup für U19-Fahrer, und noch das Beste aus der übrig gebliebene Saison zu machen mit guten Platzierungen.

 


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