29.01.2018

Norbert Fischer im Interview


Norbert Fischer hat schon viel erlebt in seinem 54-jährigen Leben. Der ruhige, aber fröhliche Dispositionsleiter wohnt in Nehren, in der Nähe von Tübingen, und gehört dem Standort Schwäbische Alb an. Mountainbike fährt er seit 2006 und zeitweise legte er bis zu 15.000 km jährlich auf dem Bike zurück. Norbert ist der lebende Beweis dafür, dass ambitioniertes und erfolgreiches Mountainbiken auch jenseits der 50 noch möglich ist. So nahm er beispielsweise im vergangenen Sommer an der dreitägigen Zillertal Challenge teil und freute sich bei der Zielankunft auf dem Hintertuxer Gletscher über Gesamtrang 10 seiner Altersklasse. 

Gerade bei Norbert Fischer ist eine solche sportliche Leistung keine Selbstverständlichkeit: er musste in seinem Leben schon diverse Unfälle und Verletzungen wegstecken und hat sich doch immer wieder zurückgekämpft in den Leistungssport. Seine Fröhlichkeit und seinen positiven Blick aufs Leben und auf die Menschen hat er dadurch jedenfalls nicht verloren. Im folgenden Interview stellen wir ihn euch noch ein bisschen näher vor. Außerdem erschien im September 2015 im Reutlinger Generalanzeiger ein ausführliches und spannend geschriebenes Porträt des  Nehreners, das wir euch unten ebenfalls verlinkt haben. Viel Spaß beim Lesen!

 

Hallo Norbert, bitte stelle dich kurz vor.

Ich heiße Norbert Fischer, wohne in Nehren, direkt am Fuße der schönen Schwäbischen Alb und bin zarte 54 Jahre alt.

Wer gehört sonst noch zu deiner Familie?

Ja, als erstes natürlich meine Frau. Ich habe einen Sohn und vier Stiefkinder, eine Stieftochter wohnt noch bei uns.

 

Welchen Beruf übst du aus? Was gefällt dir daran?

Ich leite in einem großen Betonfertigteilewerk die Abteilung Arbeitsvorbereitung und die Disposition. Der Umgang mit den Mitarbeitern/-innen, der Kundschaft sowie das tägliche Weiterentwickeln der Prozesse und Strukturen macht mir viel Spaß.

Was bedeuten dir Sport im Allgemeinen und das Mountainbiken im Besonderen?

Da ich schon Sport treibe, so lange ich mich zurück erinnern kann (seit ca. meinem 10. Lebensjahr), liegt es nahe, dass mir die Bewegung und das sportliche Messen mit Gleichgesinnten sehr viel bedeuten. Allerdings sollte der Spaßfaktor nicht darunter leiden. Bis zu meinem 33. Lebensjahr habe ich aktiv Fußball gespielt, Jugend trainiert, ein bisschen Rad gefahren und sonst noch verschiedene Sportarten betrieben (Krafttraining, Badminton…), einfach immer bewegt. Richtig angefangen mit dem Radsport habe ich dann 2002, zuerst nur Rennrad und seit 2006 dann auch MTB. Das hat sich dann kontinuierlich gesteigert, bis zum heutigen Tage. Also so ganz ohne Sport könnte ich mir mein Leben nicht vorstellen. Man kann sich erholen, kommt auf andere Gedanken, bleibt physisch und geistig fit und das Schöne dabei ist, man hat keine Gewichtsprobleme :-).

Eigentlich kam ich nur rein zufällig zum Mountainbiken, aber seitdem ich es mache, hat sich der Spaßfaktor ständig erhöht. Rennen fahren gehört mittlerweile auch zur Jahresplanung und der eigene Anspruch wird noch nicht kleiner. Toll daran ist, dass eigentlich alle Mountainbiker tolle und respektvolle Sportler/innen sind (Ausnahmen gibt es überall) und es ist schön, mit diesen Gleichgesinnten einen Teil seiner Freizeit verbringen zu dürfen.

 

Gibt es für dich noch etwas anderes als Arbeit und Mountainbiken?

Es wäre schlimm, wenn es außer Arbeit und Mountainbiken nichts mehr gäbe, dann wäre das Leben doch auch irgendwie langweilig. Aber ich muss zugeben, diese beiden Dinge nehmen schon gehörig viel Zeit in Anspruch. Wenn man dann bedenkt, dass noch ab und zu geschlafen werden soll, bleibt in der Tat nicht mehr viel Zeit für Anderes übrig. Diese wenige Zeit widme ich dann der Familie, oder tue einfach mal nichts (das fällt mir aber schwer :-)).

Wie schaffst du es, dein Training mit Beruf und Familie bzw. Freunden in Einklang zu bringen?

Ohne die Unterstützung und dem Verständnis meiner Frau würde das alles so nicht funktionieren. Voraussetzung für das ganze ist natürlich ein gutes Zeitmanagement. Im Laufe der Jahre habe ich dies immer weiter optimiert. Ich muss trotzdem feststellen, dass die Zeit für Freunde und sonstige Tätigkeiten ziemlich begrenzt ist, Man(n) muss sich halt aufs Wesentliche konzentrieren.

Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du und wie viele trainierst du?

Meine Regelarbeitszeit ist 40 Std./Woche, dies funktioniert auch meistens. Das Training gestaltet sich je nach Saisonplanung unterschiedlich. Es sind pro Woche ca. 6-13 Std. reines Radtraining, dazu kommt dann noch Krafttraining, Yoga, Beweglichkeitstraining plus ein Mal pro Woche Sport im Betrieb. Zusätzlich fahre ich jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit.

Passt du deine Ernährung an deinen Sport an und worauf achtest du?

Im Großen und Ganzen schaue ich schon, was ich zu mir nehme, aber ohne Sünde geht es dann doch auch nicht ;-) Das heißt, ein Gläschen Wein, ein leckerer Kuchen (natürlich mit Xucker gesüßt), finden in mir auch ihre Abnehmer. Zucker oder Fastfood haben es bei mir sehr schwer und bringen eigentlich den Fuß nicht in die Türe. Mein Essen bereite ich selber und frisch zu, verarbeitete Lebensmittel meide ich, so gut es geht.

Wie sieht ein typischer Tag unter der Woche bei dir aus?

Aufstehen zwischen 5:00 und 5:30 Uhr, kleiner Snack und dann geht es mit dem Rad zur Arbeit. Arbeitsbeginn zwischen 6:30 und 7:00 Uhr. Das eigentliche Frühstück ist dann ca. 8:30 Uhr im Betrieb. Arbeitsende ist ab 16:30 Uhr, danach geht es dann gleich nach Hause, an Trainingstagen auch mit entsprechendem Umweg. Je nach Plan trainiere ich noch in meinem Trainingsraum, mache noch, was sonst im Haus ansteht, esse (oder auch nicht J) und lasse den Tag ausklingen. Das Bett ruft dann so zwischen 22:00 und 22:30 Uhr und dann ist der Tag auch schon wieder rum. Samstag bleibt generell frei für häusliche Tätigkeiten, Sonntag ist Trainingstag.

Woran erinnerst du dich in der vergangenen Saison besonders gern?

Viele schöne Eintagesrennen, ohne jetzt eines hervorzuheben. Was aber was sicherlich immer in Erinnerung bleibt, ist die Zillertal Trophy mit dem Team. Super organisiert, beste Stimmung, schöne Atmosphäre, mit ganz tollen Teammitgliedern und Betreuern/innen.

 

 

Endlich habe ich mal wieder ein Jahr ohne größere Verletzungen oder Stürze beendet, das habe ich mir schon lange gewünscht. Jetzt es geklappt und ich hoffe, dass dies auch so bleibt.

Welche Ziele hast du dir für die Saison 2018 gesetzt?

Die ganz großen Ziele halten sich in meinem Alter in Grenzen. Dennoch möchte ich dem Anspruch, den ich an mich selber habe, gerecht werden. Das heißt, wenn die eine oder andere Top Ten Platzierung rausspringt, oder vielleicht auch ein Podestplatz wie im letzten Jahr, dann wäre ich doch ganz zufrieden. Wichtig ist mir, dass bei dem ganzen Stress im täglichen Leben, der ständig wachsenden Belastung im Betrieb und der allgemeinen Schnelllebigkeit, der Spaß am Leben und der Respekt unter den Menschen nicht auf der Strecke bleiben.

 

Link zum Porträt im Reutlinger Generalanzeiger (Klick auf den Artikel führt zur PDF-Datei):


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