19.10.2017

Olaf Kaden siegt bei der DM 2017 im Mountainbike Orienteering (MTBO)

Olaf Kaden ist ein Exot im Lindauer MTB-Team toMotion Racing by black tusk. Und trotzdem voll integriertes Teammitglied, das seinen Teamkollegen immer wieder kurze Einblicke in seine Leidenschaft gewährt: das Mountainbike Orienteering, eine Mischung aus Mountainbike- und Orientierungsrennen. Die Saison 2017 ist Kaden ohne große Ambitionen angegangen, beendete sie Anfang Oktober jedoch mit einem Ausrufezeichen. Bei der Deutschen MTBO-Meisterschaft holte sich der Mann mit den schnellen Beinen und dem hervorragenden Orientierungssinn den MTBO-Meistertitel 2017 in der Kategorie M50. Damit kann sich der Lindauer MTB-Rennstall nach dem XCO-Titel von Max Friedrich über einen zweiten Deutschen Meister im Team freuen. Hier der Bericht von Olaf Kaden:


„Mit Lucky Punch aufs Treppchen

Diese Saison war von vornherein abgeschrieben. Schulter auskurieren und im Job das Projekt auf die Straße bringen: klare Prioritäten. Pedale treten nur sehr sporadisch, schwindende Form einhergehend mit körpereigenen Sturzpolstern. Im Sommer stieg ich dann doch wieder aufs Rad… regelmäßig und mit immer mehr Spaß. Aus letzterem wurde dann etwas später doch Ernst. Was wäre der Mensch ohne Ziele?

Wie kommt man in zweieinhalb Monaten in Form? Die (individuelle) Antwort: nur zum Teil, und das auch nur mit spezifischem Training. Das einzige wirkliche Rennen der Saison: die Deutsche MTBO-Meisterschaft im Erzgebirge. Ein Mittelgebirge, also Training am Berg. Intervalle sind immer nur dann schön, wenn sie vorüber sind. Renndauer maximal zwei Stunden, das bringt also ein sinnvolles Training in realisierbare Kalenderform. Der Körper erinnert sich an frühere Tage, einige Einheiten schlagen an und die Waage nicht mehr soooo weit aus.

In den zwei Wochen vor dem Event noch Bike & Yoga auf Ibiza. Geniales Revier, geniales Wetter!! Und mit Yoga (ohne den Ommm-Faktor) optimal gedehnt und gestreckt, Rücken unten sowie Schenkel hinten sind ja immer verkürzt. Also eine geniale Kombination… Mit der einzigen Einschränkung, dass die Wetterumstellung ins Erzgebirge dramatisch war. Von 28 °C Sonne zu 8 °C Regen, Nebel und Kälte innerhalb von 15 Stunden!!! Können Eisbären eigentlich Rad fahren?

Wettkampfort der DM: Trailcenter Rabenberg, sehr coole Location. Viele Trails, die allerdings im Rennen nur in einer Richtung befahren werde durften. Und so spaßig Trails auch sind, richtig schnell voran kommt man darauf nicht. Die gut durchgeweichten Schlammpisten sind schneller, ziehen jedoch ordentlich die Körner aus den Beinen.

Das Rennen selbst war eher unspektakulär, nach kleinem Orientierungsfehler am Start kam ich gut in Karte und Rennen hinein. Es gab zwei wirklich wichtige Routenwahlentscheidungen, jeweils mit der Frage: welche Route ist schneller - runter durch das Tal oder über den Berg? Korrekte Antwort: zuerst runter durch das Tal und dann wieder rauf, beim nächsten Kontrollposten erst über den Berg und dann runter. Beide Male richtig entschieden und sauber über den Berg gedrückt!!! Das brachte die entscheidenden 47 Sekunden Vorsprung vor dem Zweitplatzierten der DM-Wertung, der bei der zweiten Verbindung die Talroute wählte und damit entscheidend Zeit verlor.

Das Rennen gehörte auch zur internationalen Rennserie, insgesamt landete ich auf Platz zwei hinter dem starken S. Pfister aus der Schweiz. Und als schnellster Deutscher in der DM-Wertung stand ich bei der MTBO-DM 2017 ganz oben auf dem Treppchen.

Genialer Abschluss einer verhaltenen Saison… 2018 kann kommen!!!“


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