12.09.2017

Schlammschlacht bei der DM und Doppelsieg in Furtwangen

Die äußeren Bedingungen bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft im Mountainbike Cross Country Marathon im schwäbischen Gruibingen waren alles andere als gut: der Regen der Vortage hatte die Strecke schlammig und rutschig gemacht. Trotzdem erzielte Sven Rothfuß vom toMotion Nachwuchs Team bei seiner ersten DM-Teilnahme einen beachtlichen 35. Platz. Beim parallel stattfindenden Gruibinger Albtraufmarathon gab es zwei Podiumsplätze für das Lindauer Team toMotion Racing by black tusk: Norbert Fischer erkämpfte sich auf der Mittelstrecke Rang drei bei den Masters 3, Patrick Gall wurde in der Kategorie Masters 2 Zweiter auf der Kurzstrecke. Bei den World Games of Mountainbiking in Saalbach-Hinterglemm wurde Martin Schätzl Gesamt-Zweiter und freute sich über den Vize-Titel des „World Games Champion“. In Furtwangen gabe es beim Schwarzwald Bike Marathon einen toMotion-Doppelerfolg: die Zwillingsschwestern Sabine und Susanne Stampf nahmen beide einen Altersklassen-Sieg mit nach Hause. Im saarländischen Freisen ging Gwenda Rüsing aus dem Zwei-Stunden-Rennen „Grüne Hölle“ als Damen-Gesamtsiegerin hervor, Jos van Sterkenburg erreichte bei den U15-Junioren Platz zwei.

96 Kilometer und 2540 Höhenmeter auf dem Mountainbike sind schon bei guten Bedingungen kein Zuckerschlecken. Bei schlammigem, rutschigem Untergrund können sie jedoch zur Hölle werden. So geriet die Deutsche Meisterschaft 2017 im Cross-Country-Marathon in diesem Jahr zur Rutschpartie, die den 144 gemeldeten Fahrerinnen und Fahrern alles abverlangte. Sieben Teammitglieder des Lindauer Rennstalls toMotion Racing by black tusk standen in Gruibingen am Start, von denen einer ein besonders starkes Rennen fuhr: Sven Rothfuß vom toMotion Nachwuchs Team (TNT). In dem reinen Lizenzfahrer-Feld erreichte der 20-Jährige bei seiner ersten Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft nach 4:22:53 Stunden Rang 35. Sein Teamkollege David Gerstmayer, der sich Platz 57 erkämpfte, beschreibt anschaulich die Streckenverhältnisse am letzten Anstieg: „Ich wollte hochknallen, aber mehr als Gehen ging da nicht. Diesen Anstieg mit 50 cm tiefem und weichem Matsch (als wären vor mir hunderte Kühe drüber gegangen) konnte man nur hochschieben. Angefühlt hat es sich, als würde ich von einem Kuhfladen in den anderen treten. Beim Schieben des Rades sammelte sich vorne und hinten so viel Schlamm, dass das Hinterrad alle 50 m blockierte und vollständig gereinigt werden musste.“ Auch Andreas Soldner, Christian Ludewig und David Klaiss kämpften sich bis ins Ziel durch. Max Friedrich, der wenige Wochen zuvor Deutscher Cross-Country-Meister geworden war, war nach den Strapazen der Eurobike-Messe und hohem beruflichem Engagement mental nicht in der Lage, seine Leistung hundertprozentig abzurufen und stieg vorzeitig aus dem Rennen aus. In der Damen-Konkurrenz erreichte Marla Krauss bei ihrer ersten Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft Platz 18.

  

  

Weitere sieben toMotion-Fahrer hatten beim parallel stattfindenden Gruibinger Albtraufmarathon mit denselben Bedingungen zu kämpfen. Auf der 48 Kilometer langen Kurzstrecke hatte Patrick Gall im Schlusssprint die Nase vorn und sicherte sich Rang zwei der Kategorie Masters 2 mit acht Sekunden Vorsprung auf den Drittplatzierten. Auf der Mittelstrecke gab es ebenfalls einen Podiumsplatz zu feiern: Norbert Fischer wurde bei den Masters 3/4 Dritter, Michael Morgenroth erreichte Rang sechs. Rafael Huber, der sieben Minuten vor Fischer das Ziel erreichte, belegte damit Rang 7 der Hauptklasse Männer.

  

Bei den World Games of Mountainbiking in Saalbach-Hinterglemm, der „inoffiziellen Hobby-Weltmeisterschaft im Mountainbiken“ mit freier Streckenwahl für die Fahrer, heimste Martin Schätzl seinen bisher größten Erfolg ein. Auf der Mittelstrecke über 58 km und 2920 Höhenmeter erkämpfte er sich nach 3:28:12 Stunden den zweiten Gesamtplatz und damit den Vize-Titel des „World Games Champion“.

In Furtwangen standen beim Schwarzwald Bike Marathon ebenfalls neun Teammitglieder von toMotion Racing by black tusk am Start. Ein herausragendes Ergebnis lieferten die beiden Damen ab: fileadmin/user_upload/images/PDF/2017/Steckbriefe/Steckbrief-Sabine_Stampf_2017.pdfSabine Stampf dominierte die Seniorinnen 1- Konkurrenz auf der Ultra-Strecke über 120 Kilometer, ihre Zwillingsschwester Susanne Stampf tat es ihr auf der Langstrecke mit 90 Kilometern gleich. Damit wurden beide zugleich Gesamt-Zweite auf ihrer jeweiligen Strecke.

Im saarländischen Freisen hatten die Organisatoren des Zwei-Stunden-Rennens „Grüne Hölle Freisen“ mit der Technik zu kämpfen: nach einem kurzfristigen Ausfall des Zeitnahmesystems wurden die Zeiten von Hand gestoppt. Gwenda Rüsing vom toMotion-Racing-Standort Rhein-Main setzte mit einem Gesamtsieg bei den Damen ihre Erfolgsserie fort, Jos van Sterkenburg freute sich in der Kategorie U15 mit Rang zwei ebenfalls über einen Podiumsplatz.

  

 

Ergebnisübersicht:

Deutsche Meisterschaft 2017 im Cross-Country-Marathon, Männer (96 km, 2540 hm)

35. Platz Männer              Sven Rothfuß (4:22:53)
57. Platz Männer              David Gerstmayer (4:50:32)
60. Platz Männer              Andreas Soldner (4:53:46)
63. Platz Männer              Christian Ludewig (4:59:55)
64. Platz Männer              David Klaiss (5:26:35)
DNF                                 Max Friedrich

Deutsche Meisterschaft 2017 im Cross-Country-Marathon, Frauen (87 km, 2300 hm)

18. Platz Frauen               Marla Krauss (5:15:19)

 

Albtraufmarathon, Gruibingen

Mittelstrecke (72 km, 2020 hm)

3. Platz Masters 3/4        Norbert Fischer (3:54:36)
6. Platz Masters 3/4        Michael Morgenroth (4:04:04)
7. Platz HK Herren           Rafael Huber (3:47:17)
12. Platz Master 3/4        Werner Schick (4:27:10)
14. Platz Masters 2          Christian Schaaf (4:06:07)

Kurzstrecke (48 km, 1020 hm)

2. Platz Masters 2            Patrick Gall (2:24:48)
12. Platz HK Herren         Heiko Müller (2:21:11)

 

Schwarzwald Bike Marathon, Furtwangen

Ultrastrecke (120 km, 3000 hm)

1. Platz Sen 1                  Sabine Stampf (6:21:22)
14. Platz HK Herren         Johannes Kramer (6:22:55)

Langstrecke (90 km, 2100 hm)

1. Platz Sen 1                    Susanne Stampf (4:19:39)
11. Platz HK Herren           Jochen Brechenmacher (4:13:06)
14. Platz Sen 1                  Thomas Schrank (4:20:21)
43. Platz Sen 2                  Jürgen Richter (5:10:20)

Mittelstrecke (60 km, 1200 hm)

18. Platz Sen 1                  Manuel Pfister (2:39:05)
30. Platz Sen 1                  Emanuele Orlando (2:47:25)
43. Platz Sen 3                  Volker Schuboth (2:52:40)

 

World Games of Mountainbiking, Saalbach-Hinterglemm

Mittelstrecke (58 km, 2920 hm)

2. Platz Gesamt                Martin Schätzl (3:28:12) 

Kurzstrecke (31 km, 1200 hm)

6. Platz Ü40                       Gabi Scheu (2:14:29)

Junior Trophy

3. Platz U15                       Marcel Scheu

 

2-Stunden-Rennen „Grüne Hölle“ Freisen/Saarland

1. Platz Gesamtwertung    Gwenda Rüsing
2. Platz U15                      Jos van Sterkenburg

 

Vulkanbike Marathon, Daun (60 km, 1600 hm)

5. Platz AK                        Sven Schmid (2:59:17)

 

Original-Rennberichte:

Marla Krauss, 18. Platz Damen bei der Deutschen Meisterschaft 2017 im XC Marathon:

„Die Marathon DM in Gruibingen war ein sehr anstrengendes Rennen. Zwar hörte pünktlich zum Start der Regen auf, aber durch den Regen der Tage vor der DM war die Strecke aufgeweicht und matschig. Die vielen Wiesen- und Waldwege zehrten an den Kräften. Ab und zu waren Teile der Strecke unfahrbar und es blieb nichts anderes übrig, als das Rad zu schieben. Nach 5 Stunden 15 war ich dann ziemlich froh, im Ziel zu sein. Danke für die mal wieder optimale Betreuung!“

Sven Rothfuß, 35. Platz Herren bei der Deutschen Meisterschaft 2017 im XC Marathon:

„Dieses Wochenende stand die Deutsche Meisterschaft auf dem Plan. Dies war auch gleich meine erste Deutsche Meisterschaft im Marathon mit 93 km und 2600 hm. Morgens regnete es noch etwas, aber als der Startschuss um 9:00 Uhr fiel war es trocken, dennoch war die Strecke extrem verschlammt und sehr rutschig. Am ersten Berg gab es direkt eine Laufpassage, denn der Berg war sehr steil und die Steine waren rutschig. Hier konnte ich im Laufen einige Fahrer überholen, da das Fahrerfeld noch sehr eng zusammen war. Nach dem Anstieg bildete sich schnell eine große Gruppe mit ungefähr 10 Fahrern, in der ich mich anfangs sehr wohl fühlte. Nach einigen Kilometern und Höhenmetern in den Beinen musste ich mich leider aus der Gruppe zurückfallen lassen, da mir das Tempo zu schnell wurde. Zum Glück ging es zu diesem Zeitpunkt drei weiteren Fahrern genauso. Wir fuhren dann ungefähr bis Kilometer 50 zusammen. Ab hier hatte ich richtig gute Beine und konnte das Tempo in der 4er Gruppe bestimmen. Die Anstiege der Strecke waren sehr steil und die Abfahrten technisch sehr anspruchsvoll durch den Schlamm und die rutschigen Steine, eigentlich wie gemacht für mich. Doch ab Kilometer 70 merkte ich, dass die letzten 20 Kilometer kein Zuckerschlecken werden - meine Beine waren schwer und mein Rücken schmerzte. Am letzen Anstieg angekommen, freute ich mich eigentlich schon, bald im Ziel zu sein. Doch der letzte Anstieg gab mir den Rest, er war so sehr verschlammt und steil das man erneut schieben musste. Auf den letzten Kilometern ins Ziel bekam ich dann auch noch Krämpfe. Somit war ich sehr glücklich, als ich als 35. die Ziellinie überquerte. Für meine erste Deutsche Meisterschaft bin ich mit dem Resultat zufrieden. Danke an das Team, die Betreuung und die Verpflegung war hervorragend.“

David Gerstmayer, 57. Platz Herren bei der Deutschen Meisterschaft 2017 im XC Marathon:

„XCM - German Championship 2017 in Gruibingen

Nach einem sehr schlechten August, wo ich nicht nur lange krank war, sondern auch mein erstes DNF bei einem Rennen hinbekommen habe, hatte ich sofort entschieden, bis zur DM keine Rennen mehr zu fahren und meine Form wieder langsam dahin zu bringen, wo sie mal war. Keine einfache Aufgabe, da ich schon ziemlich viele Rennkilometer in den Beinen hatte und meine diesjährige Saison nicht im November angefangen hat, sondern schon Mitte September 2016.

Angereist nach Gruibingen bin ich mit meinem Bruder (auch Betreuer) schon am Samstag, wo es auch ziemlich geregnet hat. Somit ließ ich dann auch gleich den Streckencheck aus und entschied mich für eine trockene und warme Umgebung. Es deutete alles auf ein Matschrennen hin, aber in welchem Ausmaß, konnte ich am Vortag noch nicht erahnen. Immerhin waren die Wettervorhersagen für den Renntag schon mal sehr gut (trocken und kalt).

Am Sonntag stand dann endlich meine erste DEUTSCHE MEISTERSCHAFT aufm Programm!  Mit 92 km und 2800 hm eigentlich kein Problem. Aber wenn man dann einen genaueren Blick auf das Höhenprofil wirft und nur Wellen von 50 - 150 hm am Stück erkennt, weiß man, dass man an jedem Anstieg bis aufs Kleinste zermürbt wird. Aber egal. Um 9 Uhr ging's dann endlich los und es hieß vom Ziel weg Vollgas. Die 30 sec CP überbot sich von Minute zu Minute, bis es sich dann irgendwo bei 540 W einpendelte und mein Puls am oberen Limit angekommen war. Ein Höllentempo. Nach der 4 km Neutralisation (keine Ahnung, für wen das Neutralisation war) ging es dann am Anschlag mit Puls 180 rein in den ersten Anstieg, der gleich mal eine 500 m lange Schiebepassage war. Eigentlich kein Problem, aber nicht, wenn man am Anschlag vom Rad muss und irgendwie gehen will/muss. Da dachte ich mir schon "das wird ein geiler Tag".

Oben am kleinen Gipfel angekommen, war ich schon so platt, dass ich mich fast nicht aufs Rad setzen konnte und die Beine vor Laktat weinten. Dementsprechend habe ich dann auch die ersten Pedalumdrehungen hinbekommen. Unrunder ging's gar nicht. Ab da war dann das Rennen eröffnet und es hieß nur drück was geht. In Zahlen 340-370 W. Gleich nach‘m ersten Anstieg kam Andy von hinten angeschossen und ich heftete mich an sein Hinterrad. Bei dem Matsch keine gute Idee, da ich nach einer Minute Windschatten fahren, erstens voll nass und zweitens voll mit Schlamm war. Sehen konnte ich dann auch nicht viel und noch dazu durfte ich Dreck schlucken, bis ich genug davon hatte und wir dann nebeneinander fuhren. Immerhin konnten wir uns über ein paar Themen am Anschlag unterhalten. Mal er vor mir, mal ich vor ihm. Bergauf konnte ich zu ihm immer die Zeit rausfahren, die er bergab einholen konnte. Somit waren wir dann immer zusammen. Bis zu dem einen Punkt.

Nach 30km war mein Schaltwerk (eigentlich das ganze Rad) voll mit Schlamm und das Schalten in den ersten Gang war unmöglich. Ausgerechnet im Wiesenanstieg, und dann fällt mir auch noch beim Schalten beim einfachen Kettenblatt vorne die Kette runter und ich krieg sie einfach nicht aufs vordere Kettenblatt rauf. So viel Schlamm war da drauf. Als ich sie dann nach einer Minute Warten und Pflegen draufbekommen habe, ich mich draufsetzte und eine Pedalumdrehung gemacht habe, war die Kette schon wieder unten. Da war ich am Rande der Verzweiflung! Kette unten, Gruppe weg und ich hab keinen Plan wieso!?!

Nach ein bisschen stehen, ging es dann irgendwann weiter zum nächsten 20%-igen Singletrail-Anstieg, wo mir dann beim Schalten in den ersten Gang wieder die Kette runterfiel. Ab da entschied ich mich mitzuzählen, wie oft sie noch runterfällt. An dem Punkt distanzierte sich nicht nur der Andy noch mehr von mir, sondern auch Christian Ludewig, der mich da überholen konnte. Was ich da für geile Gedanken hatte... auf jeden Fall freute ich mich da (ca. bei km 40) schon auf die Aufholjagd. In den ersten Gang zu schalten traute ich mich dann auch nicht mehr und so ging es den 20%-igen Anstieg mit 400-500 W im dritten Gang hoch. Oben auf der Kuppe war ich dann auch wieder wach. Noch 10 km bis V2, wo Uli und Nani auf mich/uns warteten. Kurz davor konnte ich noch auf Andy aufschließen, der dieselben Probleme hatte wie ich. Kein erster Gang und das bei nem 36er Kettenblatt. Der arme Junge… Aber zu zweit lässt es sich immer besser leiden. Nach dem Motto ging‘s dann auch zu V2, wo wir uns beide einig waren, dass wir einen kurzen Pit-Stop machen und alles mit Iso abwaschen, da es kein Wasser gab.

Danach wartete auf uns schon die nächste 25 % Rampe (immerhin auf Asphalt) und wir redeten miteinander und sagten "was für ein Scheiß, ich kann nicht mehr". Als das dann die Zuschauer am Rande mitbekamen, sagten sie gleich "Da geht noch was. Wenn man hier reden kann..." und wir dachten uns nur " .... ".

500 m nach V2 kam dann die offizielle Verpflegungsstation, wo ich mit zwei 1l-Wasserflaschen mein Schaltwerk freispritzte. Von da bis zu V3, wo Sabine und mein Bruder Denis auf mich warteten, plätscherte das Rennen nur so vor sich hin. Bergauf super Beine und bergab ein miserables Fahrgefühl. Null Grip. Es hat sich eins zu eins angefühlt, als würde ich auf‘m Rad wie eine Ski-Abfahrt auf Schnee hinunterfahren. Mal wurde ich vom Rad geworfen und ein andermal musste ein Streckenposten auf die Seite springen, weil ich nicht abbremsen und die Kurve einnehmen konnte. Ein Spaß. Bis zu V3 konnte ich dann auch wieder meine alte Position erkämpfen und mich von Christian und Andy etwas distanzieren. Allerdings war ich bei km77 (V3) kurz vorm K.O.

Eine Flasche entgegengenommen und weiter ging‘s. Für das Aufreißen des Gels hatte ich keine Kraft mehr, so kaputt war ich. 500 m nach V3 sprang mir dann beim Schalten erneut die Kette raus. Schnell säubern, wieder rauf, dann wieder runtergesprungen, wieder rauf und wieder runter. Dass ich da mal wieder ein bis zwei Minuten verloren hatte, war für mich schon fast normal. Ich dachte mir nur "Komm schon. Nicht schon wieder. Bitte!!" Da fängt man dann auch schon fast an zu weinen oder doch zu lachen?!?

Von dort an hieß es maximal der dritte Gang und nicht mehr. Ja nicht in den ersten oder zweiten Gang schalten. Dann kamen sie endlich, die Schilder! Noch 15 km, 14, 13, 12.... bis nur noch 3 km übrig waren und mich ein Anstieg von 150 hm vom Ziel trennte. Ich wollte da hochknallen, aber mehr als Gehen ging da nicht. Diesen Anstieg mit 50 cm tiefem und weichem Matsch (als wären vor mir hunderte Kühe drüber gegangen) konnte man nur hochschieben. Angefühlt hat es sich, als würde ich von einem Kuhfladen in den anderen treten. Beim Schieben des Rades sammelte sich vorne und hinten so viel Schlamm, dass das Hinterrad alle 50 m komplett blockierte und vollständig gereinigt werden musste. Das Kettenblatt war kein Kettenblatt mehr. Es hatte die Breite von drei Kettenblättern. Vorne hatte ich dann plötzlich einen doppelt so breiten Reifen. Mamma mia. Spaß haben die letzten 150 hm definitiv gemacht.

Am Ende (zum Glück gab es eines) kam ich nach 4.45 h ins Ziel. Kaputt und tot nach meiner Erkrankung, aber sehr zufrieden! Mit dem 57. Gesamtplatz bei der DM kann ich leben. Es waren zwar keine 2000 Teilnehmer am Start wie beim Sella Ronda Hero aber das macht ja nichts. J

An dieser Stelle möchte ich noch meinem TNT-Partner Sven Rothfuß zu einem hervorragenden und hammergeilen 35. Gesamtplatz gratulieren. Du hast mir gestern meine Grenzen aufgezeigt und ich freu mich jetzt schon auf die nächsten Rennen mit dir. Chapeau, mein Freund!! Großes Kino!

Danke auch an alle Betreuer, u.a. Bine, Uli&Nani und Denis! Ihr wart super! Danke auch an dich Andrea, dass du da warst, mir in der Nacht vor‘m Rennen die Bremse entlüftet und alles organisiert hast!

Jetzt stehen noch drei Rennen an, bevor ich in meine wohlverdiente Saisonpause gehen kann. Ein UCI Rennen steht noch in Ornans (Extreme sur Loue) an, ein UCI Rennen und ein normales Rennen in Fréjus (Roc d'Azur). Bin gespannt…“

Christian Ludewig, 63. Platz Herren bei der Deutschen Meisterschaft 2017 im XC Marathon:

„Nachdem ich von Mo bis Mi mit einem Magen-Darm-Virus flach lag, habe ich es mir dennoch nicht nehmen lassen, bei der XCM DM in Gruibingen an den Start zu gehen. Anfangs konnte ich gut meinen Rhythmus fahren und Fahrer aufholen. Leider war aber nach 60 km der Ofen aus und ich musste mich auf Sparflamme ins Ziel quälen. Die Strecke war extrem schlammig und rutschig. So ein Rennen bin ich glaub bisher noch nie gefahren und stellenweise hat es auch keinen Spaß gemacht, wenn man bergauf schieben muss und der Marathon zum Duathlon wird. Auf den Abfahrten war es oft einfach nur ein Gerutsche und man musste sich mit Glück durchschlammen durch die Bahnen. Leider hat es mich dann 10 km vor Ende auch noch in einem Steinfeld abgelegt. Bis auf Prellungen bin ich gut davongekommen. Dennoch nervig nach so einem Tag. Naja, die Leistung wäre sicherlich um einiges besser gewesen, wäre ich richtig fit gewesen. Somit beende ich den Sonntag mit Kopfschmerzen und total erschöpft wie lange nicht mehr. Jetzt muss ich mich die Woche gut erholen. Kommendes Wochenende steht die Bundesliga in Titsee-Neustadt auf dem Programm. Ebenfalls wieder ein schnelles Rennen, doch ich freue mich darauf, bevor dann die Woche drauf in Freudenstadt das Bundesliga Finale ist.“

David Klaiss, 64. Platz Herren bei der Deutschen Meisterschaft 2017 im XC Marathon:

„Es war kein so schönes Wetter. Am Start war es ziemlich kalt. Gleich nach dem Start ging es ein Stück auf Asphalt. Es ging sehr schnell voran. Ich hatte da schon Probleme mitzukommen, dann kam ein steiler, rutschiger Anstieg, den man hochschieben musste. Da bekam ich schon die ersten Probleme im Rücken und meinen Beinen, ich konnte einfach kein Druck aufs Pedal bringen. Bei der ersten schlammigen Abfahrt hatte ich auch schon meinen ersten Sturz. Mir zog einfach das Vorderrad weg und schon lag ich da. Der Schlamm verdreckte mein Rad so, dass es schwierig wurde zu fahren, so z.B. am letzten Anstieg, als beim Schieben mein Hinterrad blockierte. Da trug ich es ein Stück, das ging schneller als es zu schieben. Bei der zweiten Verpflegungsstelle wollte ich aufhören. Ich fuhr trotzdem weiter zur letzten Stelle und zog dann voll durch bis ins Ziel.“

Norbert Fischer, 3. Platz Masters 3/4 beim Gruibinger Albtraufmarathon, Mittelstrecke:

„Deutsche Meisterschaft mit meisterlicher Teilnahme der toMotion Fahrer/innen. Viele Teammitglieder haben sich am Wochenende das Rennen in Gruibingen ausgesucht und es war insgesamt eine schöne Veranstaltung. Durch den vielen Regen am Vortag präsentierte sich die Strecke zwar in einem guten Zustand, aber die Singletrails und die Wiesenpassagen waren doch sehr anstrengend und zum Teil auch sehr schlammig. Die Strecke, die sehr selektiv war, verlangte den Fahrern/innen alles ab, steile Anstiege und steile Abfahrten wechselten sich in regelmäßigen Abständen ab, so dass man sich an einen schönen Rhythmus nur sehr schwer gewöhnen konnte. Da waren Krämpfe dann doch die logische Konsequenz. Aber ein krampflösendes Mittel meines Kumpels Christian Schaaf hat mich dann doch im Rennen gehalten. Hierfür noch mal recht herzlichen Dank. Und, dass er mich dann auch noch vor ihm ins Ziel fahren ließ, weil er wahrscheinlich falsch gefahren ist, ist ihm hoch anzurechnen, einfach ein großer Gentleman :-) Alles in allem ein gutes Rennen, das mir dann auch noch zum Renn-Saisonabschluss den 3. Platz in der Altersklasse bescherte.“

Michael Morgenroth, 6. Platz Masters 3/4 beim Gruibinger Albtraufmarathon, Mittelstrecke:

„Das waren nicht meine Lieblingsbedingungen, bei trockenen Verhältnissen ist die Strecke mit vielen Trails bestimmt toll zu fahren. Aber es war sehr matschig und rutschig, somit war die Strecke doch sehr schwer, mit permanenten steilen Anstiegen und Abfahrten und ich hatte zudem noch einige Ausrutscher.

Aber man kann ja nicht nur bei Sonnenschein fahren und am Ende war ich dann mit dem Ergebnis 6. Platz AK, doch noch zufrieden.“

Rafael Huber, 7. Platz HK Herren beim Gruibinger Albtraufmarathon, Mittelstrecke:

„Eher spontan entschied ich mich nach längerer Verletzungspause zum Start beim Albtraufmarathon in Gruibingen über die Mitteldistanz. Die 2020 hm wirkten sehr respekteinflößend, nachdem ich erst drei Wochen wieder im regelmäßigen Training war. Ich hatte jedoch einfach wieder Lust auf Rennluft und wollte nehmen, was so kommt. Ich fand ab Start sehr gut ins Rennen und ging es entspannt an. Ab km 15 konnte ich mich von einer größeren Gruppe lösen und mein Tempo durchziehen. Das Höhenprofil war bei diesen nassen Bodenbedingungen sehr anspruchsvoll und zog jede Menge Energie in den teils losen, schlammigen Uphills.  Kaum war die eine Steigung geschafft, folgte gleich die nächste. Ein stetiges auf und ab, was ich gut bis km 55 verkraftete, doch dann kam jemand und zog mir den Stecker. Ich hatte das Gefühl, nicht einmal mehr 10 Watt aufs Pedal zu bringen, gepaart mit starken Krämpfen der Beinmuskulatur. Ich rettete mich irgendwie in die zweite Verpflegungsstelle, die ich in ca. 30 Sekunden plünderte. Also unter Schmerzen ab auf die letzten Kilometer, wo ich noch bis ins Ziel richtig leiden musste. Schlamm, Kälte, Krämpfe, Schmerzen. Bergauf ging nur noch Schongang auf dem 50er Ritzel. Einzig in den Downhillpassagen konnte ich noch richtig Zeit gut machen, da mir diese trotz der Bodenbedingungen sehr gut lagen. Nach 3:47 h war ich dann endlich im Ziel und konnte so den 7. Platz AK sicher machen. Top 10, deutlich besser als selbst erwartet! Ein Klasse Rennen mit einem Hammer Team!! Jetzt heißt es Motivation mitnehmen für die Trainingsstunden in den nächsten Wochen, in Richtung der letzten Wettkämpfe der Saison.“

Jürgen Richter, 43. Platz Sen2 beim Schwarzwald Bike Marathon in Furtwangen, Langstrecke:

„Die Rennanmeldung diente vor allem dazu, mich in den Herbst hinein im Training zu halten. Im ersten Drittel der Strecke sortierte sich das Feld und es herrschte mit den Teilnehmern der anderen Strecken reger Betrieb auf der wunderbaren, wider Erwarten sehr gut fahrbaren Strecke. In der zweiten Rennhälfte war das Feld derart gestreckt, dass sich fast beschwingtes Trainingsgefühl einstellte. Mit meinen 5 Stunden und 10 Minuten bin ich zufrieden, mit etwas mehr Rennfieber (und mit meinen Trinkflaschen am Rad statt im Auto) wäre die 5 Stunden-Marke zu knacken gewesen. Tolle Organisation, super Strecke und sehr gutes Wetter.“

Sven Schmid, 5. Platz AK beim Vulkanbike Marathon in Daun:

„Schon bei unserer Anreise hat es geregnet, aber die Landschaft und das, was wir von der Strecke gesehen hatten, hat mir trotzdem Lust aufs Rennen gemacht. Wir starteten also bei Nieselregen, der aber relativ schnell aufgehört hat und nur hin und wieder kam. Wie erwartet hat mein Rücken relativ schnell geschmerzt und der Rückenstrecker ist übersäuert, weshalb ich dann nicht ganz am "Limit" gefahren bin, um zumindest die Leistung zu halten.

Ansonsten konnte ich in den schmierigen Trails immer gut etwas rausfahren, wobei es mich 2-3 Mal fast geschmissen hätte, was ich aber noch ganz gut retten konnte. Ich muss sagen, dass die Strecke aber echt gut und abwechslungsreich war, dazu noch ein großer Trailanteil. Meine Eltern hatten mich immer per Live Tracking auf dem Handy, sodass ich auch optimal mit Trinken versorgt werden konnte und dazu auch noch (hoffentlich) ein paar gute Bilder entstanden sind. Für meine Rückenbeschwerden habe ich mittlerweile eine Lösung, die aber etwas Zeit beansprucht. Deshalb weiß ich noch nicht, wann ich mein nächstes Rennen fahren werde. Ein großes Lob an Vittoria geht noch raus! Ich hab heute einige gesehen die nen Platten hatten. Bis jetzt hat mich die Kombi Peyote und Mezkal in TNT Edition echt gut ohne Defekt durch die Saison gebracht. Vielen Dank!“

Martin Schätzl, 2. Platz Gesamt bei den World Games of Mountainbiking in Saalbach-Hinterglemm, Mittelstrecke:

„JAAAA - Vize-Titel bei den World Games of Mountainbiking 58 km/ 2920 hm!

Am Wochenende erzielte ich in Saalbach-Hinterglemm meinen vorerst größten sportlichen Erfolg.

Manchmal läuft‘s halt einfach, auch wenn man kurz mal hinfällt. Im wahrsten Sinne des Wortes - auch dieses Mal hab ich mich unfreiwilligen mit meinem Rad an den Boden gekuschelt. Aber alles halb so wild. Viel wilder waren die unglaublich zähen Anstiege, welche einfach nicht flacher, sondern meist steiler wurden.  An dem Tag war aber nichts dabei, was ich lieber getan hätte. Mir ging‘s gut und bei herrlichem Wetter waren auch wieder viele Zuschauer an der Strecke und feuerten uns an.

Das besondere an dem Rennen ist, dass es einerseits als Hobby-Weltmeisterschaft auftritt und zudem die Streckenwahl für die Sportler offen lässt. Für mich war das teils Fluch, teils Segen. Am Ende war‘s jedoch definitiv ein Segen. Mit der Absicht, die Extremdistanz mit 80 km zu fahren, ging ich ins Rennen. Alles gut. Mein Bekannter, Lars Herold vom Team GPD, leistete mir lange Gesellschaft, ehe ich am 1000 hm-Anstieg zum Schattberg das Weite bzw. den Gipfel suchte. Spätestens da wusste ich, dass da was geht. Apropos gehen... Die Luft im Hinterreifen entschied sich auch zu gehen. Still und heimlich, quasi ganz hinterhältig. Durch gekonnte "Wipp-Manöver" eruierte ich den schleichenden Druckverlust am Rad und war zum Handeln verdammt. Da kam mir die Abzweigung 58 km oder 80 km ganz recht und ich bog ab.

Im Eiltempo schoss ich dem Ziel entgegen und wurde jubelnd empfangen. Als der Kommentator den 2ten Gesamtplatz verkündete, war die Freude enorm. Danke für den geilen Tag und den Wahnsinns-Abend inkl. Afterrace-Party! Auch hier war ich extrem stark vertreten und konnte meinen genetischen Vorteil als waschechter Bayer nutzen. Prost und Helau, euer Martin“

Esther Persch, 3. Platz Damen (19-49) beim 1/10-Triathlon am Steinsee:

„Eigentlich dachte ich, dass mein Problem beim Schwimmen darin bestehen würde, dass meine Schwimmbrille auf der linken Seite wieder geflutet wird und meine Kontaktlinse dann in meiner Brille munter umher schwimmt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht den Wetterbericht auf dem Radar. Ich bin noch niemals in derart kaltem Wasser geschwommen! Es war so kalt, dass ich mir vorstellen konnte, wie sich die Titanic-Opfer gefühlt haben müssen… oder Fischstäbchen nach der Schockfrostung. Eisberge zogen an mir vorbei und ich bin dann tatsächlich vom Kraulschwimmen auf Brustschwimmen gewechselt, um überhaupt noch atmen zu können. Ach ja, ich besitze keinen Neoprenanzug, da ich bisher noch niemals an einem triathletischen Wettkampf teilgenommen habe. Um Zeit in der Wechselzone zu sparen (in der Theorie bin ich Vollprofi in der Wechselzone!!!), habe ich kurzerhand gar nicht über einen Neopren nachgedacht und, nachdem mir die Pinguine am Rande des Sees aus dem Wasser geholfen hatten, mich einfach in ein Trikot plus Helm plus Brille…ok, Schuhe auch… geworfen und mich aufs Rad geschwungen.

Als Tiefkühlprodukt bin ich dann losgeradelt und habe viiiiiieeeeleeeee Neoprenträger/innen wieder eingesammelt. Die Strecke war nicht rennradtauglich, was mir ausgesprochen entgegenkam, die Schotterabfahrten trugen dazu bei, weitere Kompetitoren hinter mir zu lassen. Nun lief es! Ich habe nur ein Wohnmobil passieren lassen müssen, das die Feuerwehr nicht aufhalten konnte, habe beim Verfahren den anderen den Vortritt gelassen und bin, zugegebener Maßen nicht ganz ohne Schadenfreude, vorbeigeradelt. 18 km Radeln waren somit trotz Gegenwind und Kälte schnell zu Ende, obwohl die Füße immer noch in einem dezenten Frostblau an mir schimmerten.

Endlich beim Laufen angelangt, tauten meine Füße doch tatsächlich nach 2 km auf und ich hatte für die letzten zwei Wettkampfkilometer warme Füße… immerhin! Den schlimmen Berg, den alle beim Laufen fürchteten, habe ich nicht gefunden… und, „ICH SCHWÖR“, ich habe nicht geschummelt.

Bevor ich es vergesse… danke an Uwe Koch, der viele Stunden Auto gefahren wäre und mich betreut hätte, weil ich erst niemanden hatte, dann jemanden hatte, dann niemanden hatte und DANN von meinem weltbesten Sohn in der Wechselzone betreut wurde… und zwar genau nach Mamas Anweisung!PERFEKT!

FAZIT: Wiederholungswürdig. Mit Neopren! Mit nicht nur theoretischen Kenntnissen, wie man sich am schnellste von Schale A in Schale B schmeißt!“


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