10.04.2018

Siegesserie zum Saisonbeginn: Danièle Troesch startet erfolgreich in die MTB-Rennsaison

Danièle Troesch vom Lindauer Mountainbike-Team toMotion Racing by black tusk kann mit ihrem Start in die Rennsaison 2018 mehr als zufrieden sein. Die sympathische Französin aus dem Elsass, die als ehemalige Französische Meisterin die Farben der Tricolore an den Trikotbündchen trägt, scheint bereits zum Saisonbeginn in einer Bombenform zu sein: an den vergangenen beiden Wochenenden beendete sie zwei Rennradmarathons und ein Zeitfahren jeweils mit dem Gesamtsieg im Damenfeld. Weniger Glück hatte Jos van Sterkenburg bei der Bundesliga-Nachwuchssichtung in Hausach: nach Sturz- und Defektpech im Slalom musste er beim Cross-Country-Rennen von weit hinten starten.

Danièle Troesch ist eine Kämpferin. Lange Rennen mit vielen Höhenmetern sind ihr Ding. Vor großen Namen im Starterfeld hat sie zwar Respekt, lässt sich von ihnen aber auch motivieren, alles zu geben. So wie am vergangenen Wochenende in Peronnas nahe Lyon: beim 141 Kilometer langen Rennrad-Marathon „La Bisou“ stand auch Fanny Zambon, die zwanzigjährige Französische Meisterin 2017 der Altersklasse „Espoir“ (Nachwuchs) an der Startlinie. Ihr begegnete Troesch während des Rennens bereits am ersten der insgesamt sechs Anstiege – und überholte sie. „Ich war ganz überrascht“, erinnert sich Danièle Troesch. „Ich wusste, dass sie am Start war, dachte aber, sie sei ganz vorne“. Im weiteren Verlauf des Rennens war Danièle Troesch nie ganz sicher, ob noch eine weitere Dame vor ihr lag und wie viel Vorsprung sie auf die Konkurrentinnen hinter sich im Feld hatte. „Nicht nachdenken. Einfach so schnell wie möglich weitertreten“, nahm sie sich vor. Eine Strategie, die aufging: nach 4:11:37 Stunden erreichte sie als Gesamtsiegerin der Damenkategorie auf Platz 112 des insgesamt 474 Fahrer großen Starterfelds das Ziel in Peronnas. Bereits ihr dritter Sieg in dieser Saison.

Das vorangegangene Wochenende hatte die Französin in der Nähe von Montpellier verbracht. Dort absolvierte sie zunächst am Samstag ein Zeitfahren über 10 km und 150 Höhenmeter. „Ich mag solche Rennen – vielleicht, weil ich keine Angst vor einem Sturz haben muss, da ich alleine unterwegs bin“, so Troesch. „Als alle Fahrer im Ziel waren, habe ich erfahren, dass ich die schnellste Dame war. Damit hatte ich nicht gerechnet, weil ich kein spezielles Zeitfahrrad habe und weil Jeannie Longo auch teilnahm. Ich hätte nie gedacht, dass ich schneller sein kann als sie. Obwohl sie 20 Jahr älter ist als ich, habe ich großen Respekt vor ihr. Sie ist sicherlich eine der besten französischen Rennradfahrerinnen“. Beim Rennrad-Marathon am folgenden Tag entschied sich Danièle Troesch für die längste der vier angebotenen Strecken mit 162 Kilometern und 2600 Höhenmetern. Diese bewältigte sie in 5:12:46 Stunden und holte sich mit mehr als 40 Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Dame erneut den Sieg. Ein vielversprechender Saisonauftakt für die toMotion-Racerin, deren Saisonhöhepunkt in diesem Jahr die Transalp-Teilnahme im Juli sein wird. Gemeinsam mit Max Friedrich will sie dort in der Mixed-Kategorie um eine Podiumsplatzierung kämpfen.

In Hausach im Schwarzwald fand am vergangenen Wochenende der erste Lauf der MTB-Bundesliga-Nachwuchssichtung statt.  Mit von der Partie: Jos van Sterkenburg, der erst wenige Tage zuvor aus einem zehntägigen Trainingslager in der Provence nach Hause zurückgekehrt war. Der toMotion-Nachwuchs-Racer feiert erst im Dezember 2018 seinen fünfzehnten Geburtstag und hat damit eine harte Saison in der für ihn neuen U17-Kategorie vor sich. Bereits am Freitag reiste er in Hausach an, um noch auf der Strecke trainieren zu können, und ging am Samstag nach guten Trainingszeiten hoffnungsvoll und motiviert an den Start. Im ersten Lauf des Slaloms machte ihm jedoch ein Sturz, bei dem er rund elf Sekunden verlor, einen Strich durch die Rechnung. Im zweiten Lauf vermasselte ihm eine abgesprungene Kette eine gute Zeit, wodurch er  am folgenden Tag beim Cross-Country-Rennen von weit hinten ins Rennen starten musste. Im Verlauf des Rennens konnte Jos van Sterkenburg insgesamt zwar noch 23 Plätze gut machen, war mit dem Verlauf seines  Rennwochenendes jedoch nicht zufrieden.

  

 

Original-Rennberichte:

Danièle Troesch, jeweils 1. Platz Damen Gesamt beim Rennrad-Zeitfahren und -Marathon "Héraultaise" in Gignac:

"Ende März waren wir in der Nähe von Montpellier - Südfrankreich. Dort gab es am Samstag ein Einzelzeitfahren: 10 km und 150 Höhenmeter. Es gab viel Wind. Ich habe kein besonders Rad dafür, aber ich mag sowas (vielleicht weil ich keine Angst habe vor einem Sturz, da ich alleine unterwegs bin). Als alle Fahrer im Ziel waren, habe ich erfahren, dass ich 1. Dame war. Damit hatte ich nicht gerechnet, weil ich kein spezielles Fahrrad habe und weil Jeannie Longo auch da war. Ich hätte nie gedacht, dass ich schneller sein kann, obwohl sie 20 Jahr älter ist als ich. Aber ich habe für sie viel Respekt. Sie ist sicherlich eine der besten französischen Rennradfahrerin. Sie ist mit einem geschlossenen Hinterrad gefahren. Da es so viel Wind gab, war es wahrscheinlich kein Vorteil.
Am Sonntag gab es dann einen Rennradmarathon: 162 km und 2600 Höhenmeter. Die Beine waren OK und ich bin als 1. Dame ins Ziel angekommen."

Danièle Troesch, 1. Platz Damen Gesamt beim Rennrad-Marathon "La Bisou" in Peronnas:

"Am Samstag habe ich an einem Rennrad Marathon - La Bisou - teilgenommen. Das Rennen hat in Peronnas stattgefunden, einem Ort in der Nähe von Lyon. 
Die Strecke war 141 km lang mit 1950 Höhenmeter. Es gab insgesammt 6 Pässe. Die verschiedene Steigungen waren nicht besonders lang, zwischen 3 und 5 Kilometern.
Der erste Berg kam erst nach ungefähr 20 km. Ich fühlte mich unsicher. Ich hatte das Gefühl, dass diese ersten 20 Kilometer ewig dauerten, weil alle Fahrer noch zusammen waren. Eine riesige Gruppe auf engen Strassen. Da musste ich schon kämpfen. Endlich kam der erste Berg, ich konnte  mich beruhigen und mit einem guten Tempo weiterfahren. Beim erste Berg habe ich auch die U23 Französische Rennradmeisterin (Jahr 2017 - Viertplatzierte mit den Elite-Fahrerinnen) überholt. Ich war da ganz überracht. Ich wusste, dass sie am Start war, dachte aber, dass sie ganz vorne war. Ich war aber nicht ganz sicher, ob noch eine andere Fahrerin vorne war. Wenn man so mit Männern fährt, ist es ganz schwierig, weil man keinen Überblick hat. Ich hatte auch keinen Betreuer an der Strecke, der mir eventuell sagen konnte, wer noch vor mir war oder ob ich Vorsprung auf die Fahrerin von hinten habe. Nicht nachdenken. Einfach so schnell wie möglich weitertreten.
Während dieses Rennens war es wichtig, die Gruppe nicht zu verlieren. Da die Steigungen nicht lang waren, war es nicht möglich, viel Zeit rauszufahren. Sobald man auf der Ebene alleine unterwegs ist, verliert man Vorsprung und auch Kräfte. Ich musste manchmal richtig auf die Zähne beissen, besonders beim letzten Berg, der eher kurz war mit wenigen Prozent. Aber es hat sich gelohnt, weil ich als 1. Dame über die Ziellinie gefahren bin mit fast 8 Minuten Vorsprung auf die Zweite.
Da ich zwei Wochenenden nacheinander Rennrad-Marathons gefahren bin, freue ich mich jetzt auf die Trails in Freudenstadt :-)"

Jos van Sterkenburg, 75. Platz beim Downhill-Slalom, 52. Platz beim Cross-Country-Rennen der Bundesliga-Nachwuchssichtung in Hausach:

"Kurz nach dem Trainingslager in der Provence ging es für mich auch schon zu meinem ersten U17 Rennen als jüngerer Jahrgang. Das heißt längere Runden, schwiegere Runden und längere Fahrzeit, was mir generell eher in die Karten spielt. Mit noch ein wenig müden Beinen fuhren wir freitags in der Frühe los, damit ich noch auf dem Slalom der Nachwuchsbundesliga in Hausach trainieren konnte. Sturzfrei und mit recht guten Trainingszeiten schloss ich das Training hoffnungsvoll ab. Am Samstagmorgen konnten wir gemütlich frühstücken, denn mein Slalomstart war erst gegen kurz nach drei. Zuvor konnte man jegliche Techniken und Tricks der weiblichen und jüngeren Alktersklassen begutachten, was einem vielleicht auch nochmal zu einem besserern Lauf verhelfen konnte. Dann war ich auch schon an der Reihe und ging sehr konzentriert und motiviert an den Start. Dass ich nervös war, war keine Frage, aber das hielt sich in Grenzen. Dann sprintete ich den Einstiegsberg los, um wenig Zeit zu verlieren. Anschließend überwand ich vier Sprünge und zwei Serpentinen mit einer Menge Wurzeln und Steine mühelos, was aber nichts an dem darauffolgenden Wegrutscher änderte. Im Flatterband verheddert versuchte ich mein Fahrrad schnell zu befreien, um dennoch eine halbwegs vernünftige Zeit hinzulegen. Wie vermutet, haute das nicht ganz hin. Ich hatte fast elf Sekunden verloren, was in einem solchen Technik-Modul enorm viel ist. " Im zweiten Lauf kanns ja fast gar nicht mehr schlimmer werden " dachte ich mir...  -  falsch gedacht. Nicht, dass der Sturz schon genug war, nein, im zweiten Lauf musste meine Kette natürlich abspringen und mich zum Laufen zwingen... 1min20sek hörte ich. Naja, immerhin zehn Sekunden schneller als vorhin... Für mehr als einen 75. Platz von 84 reichte es dann aber nicht.                                                                                                                                                                                      Am nächsten Tag beim CC-Rennen hieß es nur noch, trotz des schlechten Startplatzes, der sich aus der Slalomplatzierung vom Vortag ergab, so viele Plätze wie möglich im Rennen gut zu machen. Dadurch, dass in jede Startreihe nur 5 des fast hundertköpfigen Starterfeldes gestellt wurden, musste ich aus der 15. Startreihe starten. Die technisch anspruchsvolle Runde, die leider nicht so viele Überholmölichkeiten bietet, erleichterte mir das Vorarbeiten im Feld nicht gerade. Gleich in der ersten des fünfründigen Rennens schaffte ich es, 19 Plätze gut zu machen. In den darauffolgenden vier Runden konnte ich  weitere vier Plätze gut machen, die mich trotzdem nicht zufrieden stellten."


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