30.09.2021

Stoneman Dolomiti in Silber für Jürgen Henninger und Werner Schick

Anfang September erfüllten sich Jürgen Henninger und Werner Schick einen lange gehegten Traum: sie durchquerten die Dolomiten auf der legendären Stoneman-Route von Roland Stauder. Die beiden toMotion-Teammitglieder, von denen der eine in diesem Jahr 60, der andere 50 Jahre alt wurde, bewältigten die 115 Kilometer lange Strecke mit 4000 Höhenmetern in zwei Tagen. Dafür durften sie am Ende ihre Stoneman-Trophäen in Silber von Roland Stauder persönlich entgegen nehmen. Jürgen beschreibt seine Erinnerungen an die beeindruckende Tour so:

„Werner und ich hatten den Stoneman schon lange auf unsere Liste. Doch Corona letztes und dieses Jahr machte eine konkrete Planung dafür unmöglich. Weiterhin waren die Monate Juli und August in diesem Jahr wetterbedingt zu unsicher für dieses Unterfangen. Doch am 4. und 5. September 2021 meinte es der Wettergott gut mit uns.

Wir fuhren an beiden Tagen jeweils von Sexten los. Am ersten Tag beschlossen wir, von Sexten über Toblach hoch auf den Strickberg / Marchkinkele und dann zurück über Innichen und nach Sexten zu fahren. Die ersten paar Kilometer von Sexten nach Toblach über Innichen waren für uns eher zum Einrollen auf breiten Schotterwegen und Radwegen. In Toblach verpassten wir aufgrund der etwas undurchsichtigen Wegemarkierung eine Abbiegung und bogen Richtung Dürrensteinsee ab. Hierdurch kamen leider etwa 150 hm und 10 km extra dazu. Doch dann fanden wir in Toblach wieder auf die richtige Strecke zurück. Von dort aus ging es gleich richtig zur Sache, hoch über die Silvesteralm auf den Strickberg / Markinkele auf 2500 m. Werner war mit seinem Enduro unterwegs und ich mit meinem Radon Black Sin Hardtail mit 100 mm Federweg :-). Wenn es bergauf ging, lagen die Vorteile klar bei meinem Hardtail. Aber es geht ja bei dem Stoneman nicht um Geschwindigkeit, sondern um Genussbiken.

 

 

Oben auf dem Strickberg / Marchkinkele trafen wir zwei junge Wiener, die wir dann bei der Abfahrt beim Überholen eingestaubt haben :-). In einer Kurve hielten wir kurz an, um unsere Windbreaker auszuziehen. Da kam auch schon einer von den Wienern volle Kanne angeflogen und hat sich vor meinen Füßen sauber hingelegt. Fahrtechnisch war der nicht so gut drauf (er sollte mal bei toMotion ein Fahrtraining absolvieren). Aber er hatte trotz offenem Knie einen lockeren Spruch drauf und meinte, seine „Paggerl (Bremsklötze) seiad unda“. Ich hingegen gab ihm den Tipp, die 6 Bar aus seinem prallen Vorderreifen zu reduzieren und einen Reifen mit gescheitem Profil aufzuziehen. (Wir beide kamen übrigens die ganzen zwei Tage sturz- und defektfrei durch). Im weiteren Verlauf der Abfahrt mussten wir aufgrund von massiven Waldarbeiten einen anderen Weg wählen. Unten angekommen, ging es wieder über Toblach-Innichen nach Sexten zurück.

 

Der zweite Tag ging direkt an der Helmbahn hoch zum Checkpoint Leckfeldsattel auf 2447 m. Hier waren bei den ersten Höhenmetern Slalom durch die vielen Wanderer angesagt, wie bei jedem Berg, wo eine Bahn hoch geht. Die letzten Meter hinauf zur Silianerhütte waren megasteil, ca. 25 %. Da waren wir dann wieder alleine unterwegs :-). Nach der Silianerhütte waren unsere Enduro- und Kletterkünste gefragt. Werner war super mit seinem Enduro unterwegs und ich musste mich ranhalten, ihm mit meinem Hardtail zu folgen. Mir schoss es immer wieder durch den Kopf „Lenker mit aller Kraft festhalten“. Das hat auch super geklappt, hier machte sich mein regelmäßiges Core- und Athletiktraining bezahlt.

 

 

Der absolute Hammer war dann natürlich der über 10 km lange Trail der Demutpassage. Hier waren wir den ganzen Trail alleine unterwegs, außer einigen Murmeltieren. Auf dieser Passage war „Hike and Bike“ angesagt. Das war an diesem Tag das absolute Highlight! Anstrengend, aber mit einer mega Aussicht in atemberaubender Naturkulisse. Nach dem Checkpoint Passo Silvella ging es erst endurotechnisch über Trails, dann Schotterpisten und Asphaltstrasse runter ins wärmere Padola, wo wir nur kurz die Getränke aufgefüllt haben und unser Karte mit dem der 4. Stempelzange markierten. Jetzt war Endspurt angesagt: es ging nochmal mega steil hoch zum Kreuzbergsattel zum letzten Checkpoint auf dem Rotwand Sattel. Puh, geschafft!

 

 

Das Wetter hielt genau bis zum letzten Checkpoint, dann bekamen wir doch noch eine Dusche ab. Ideal, um den Standschützentrail S2 abzufahren. Dann endlich waren wir am Ziel und wurden in Sexten von Roland Stauder persönlich empfangen. Der ist ein echt cooler, netter Typ. Er hat uns gleich für die kommenden Tage, die wir noch vor Ort waren, einige Touren gezeigt - mega. Ja, und dann endlich bekamen wir von ihm die hart erkämpfte Stoneman-Trophäe in Silber überreicht. Mal sehen, wann wir den nächsten Stoneman in Angriff nehmen. Nur so viel: ich habe mir die Strecke vom Stoneman Taurista in Österreich schon angesehen :-).“