10.12.2019

Thore Perske im Interview

Thore Perske ist ein Ausnahmetalent. Der junge Mann aus Heidesheim hat’s nicht nur in den Beinen, sondern auch im Kopf. Zusammen mit seinem Vater Maurice hat er sich Anfang 2019 unserem Team toMotion Racing by black tusk angeschlossen. Ihr Saison-Höhepunkt in diesem Jahr war die gemeinsame, erstmalige Teilnahme an der Bike Transalp – und die war für beide ein echtes Highlight. Zur Vorbereitung auf das siebentägige Etappenrennen bestritten die beiden in der Saison 2019 etliche Rennen, und Thore investierte viel Zeit in sein Mountainbike-Training – mehr als bei ihm sonst üblich. Denn bei dem 20-jährigen Studenten stehen zusätzlich auch sechs Stunden Schachtraining pro Woche auf dem Programm. Seit seinem achten Lebensjahr betreibt Thore diese Sportart und 2010 nahm er im Alter von zehn Jahren erstmalig an der Jugend-Schach-WM in Griechenland teil. Seither ist er mit diesem Hobby bei weiteren WMs in Brasilien, Slowenien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie bei unzähligen Turnieren innerhalb Europas und den USA weit herumgekommen. Seine größten Erfolge im Schach: Deutscher Meister U14 im Jahr 2013 sowie Mannschafts-Europameister U18 in 2015 und 2017. Respekt, Thore!

Welche Mannschaftssportart Thore Perske außerdem aktiv betreibt und was er studiert, erfährst du in unserem Interview:

Hallo Thore, bitte stelle dich kurz vor.

Mein Name ist Thore Perske, ich bin 20 Jahre alt und wohne in Heidesheim. Das liegt in der Nähe von Mainz.

Wer gehört sonst noch zu deiner Familie?

Meine Eltern Nicole und Maurice (wir sind letztes Jahr zusammen ins Team gekommen) und mein Bruder Ole.

 

Welchen Beruf übst du aus? Was gefällt dir daran?

Mit Beginn des Wintersemesters (Oktober 2019) habe ich angefangen, Sport und Mathematik auf Lehramt an der JGU in Mainz zu studieren. Mein Plan ist, später am Gymnasium oder an einer IGS zu unterrichten. Zum Entschluss, auf Lehramt zu studieren, kam ich nach einem Praktikum an einer Schule im Frühjahr. Sport und Mathe haben mir schon immer viel Spaß gemacht und ich bin froh, diese Kombination gewählt zu haben, da jedes Fach für sich ein perfekter Ausgleich zum anderen Fach ist.

Was bedeuten dir Sport im Allgemeinen und das Mountainbiken im Besonderen?

Sport hat für mich schon von klein auf eine große Rolle gespielt. Ich habe mich früh für viele Sportarten begeistern können und das Interesse nie verloren. Das Mountainbiken ist eine große Familienleidenschaft, die trotz unterschiedlicher Individualsportarten immer zu einem Familienurlaub in Arco am Gardasee geführt hat.

Fährst du Rennen und wenn ja, was sind deine Lieblingsrennen?

Meine ersten Rennen bin ich mit 8 Jahren gefahren. Mit 10 Jahren habe ich allerdings das Bike gegen das Schachbrett getauscht. Der Einstieg ins „Rennen fahren“ kam dann wieder mit dem Ultra Bike in Kirchzarten, der bei uns die letzten vier Jahre als kleines Event auf dem Plan stand. So richtig ernst wurde es aber erst nach meinem Abitur, als mein Vater und ich beschlossen hatten, die Transalp in Angriff zu nehmen. Somit sind wir dieses Jahr so viele Rennen wie möglich gefahren. Bike the Rock in Heubach und der Trail-Hype in Titisee-Neustadt haben mir dabei persönlich sehr gut gefallen.   

 

Gibt es für dich noch etwas anderes als Arbeit und Mountainbiken?

Zu mir gehört noch meine Freundin Maira. Mit ihr konnte ich auch schon die eine oder andere Tour und Rennen zusammen genießen.

Im Alter von 5 Jahren habe ich angefangen, Hockey zu spielen und zum Glück niemals damit aufgehört. Für mich ist es eine der schönsten und anspruchsvollsten Teamsportarten. Es macht immer viel Spaß und bietet einen super Ausgleich zum Mountainbiken.

 

Im Alter von 8 Jahren habe ich angefangen, Schach zu spielen und zwei Jahre später - nach einer überraschenden Qualifikation zur Deutschen Jugendmeisterschaft – beschlossen, es intensiv als Leistungssport weiterzuführen. Mittlerweile spiele ich in der 1. Bundesliga und bin in meinem Heimatverein, dem Sfr. Heidesheim, als Trainer tätig.

 

 

Wie schaffst du es, dein Training mit Beruf und Familie bzw. Freunden in Einklang zu bringen?

Ich versuche, meine Zeit so effektiv wie möglich zu nutzen. Auch eine Stunde reicht, um aufs Rad zu steigen.

Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du und wie viele trainierst du?

Momentan habe ich 26 Wochenstunden Veranstaltungen an der Uni, dazu kommen noch viele fürs Selbststudium. Hockeytraining habe ich 2h, Schachtraining 6h. Fürs Biken bleiben seit Studienbeginn meistens zwischen 5 und 8h. Im letzten Jahr, zur Vorbereitung auf die Transalp, waren es allerdings meist 10 bis 20h.

Passt du deine Ernährung an deinen Sport an und worauf achtest du?

Ich versuche schon immer, mich gesund zu ernähren. Dabei hilft mir schon, dass ich keinen Alkohol trinke und keine Süßigkeiten esse. Nur Eis bleibt meine große Schwäche.

Wie sieht ein typischer Tag unter der Woche bei dir aus?

Morgens um 6 Uhr klingelt der Wecker, wobei das Aufstehen nicht unbedingt meine Stärke ist. Dann geht’s mit dem Rad zum Bahnhof und mit dem Zug nach Mainz. Meistens bin ich von 8 bis 16 Uhr in der Uni. Zwischen 16 und 20 Uhr mache ich meistens mein Training -  je nach Wochentag Biken, Krafttraining, Hockey, Laufen,... Nach dem Abendessen stehen dann noch Uniaufgaben auf dem Plan. Je nachdem, wie groß die Motivation ist, mache ich abends aber auch lieber mal Schachtraining.

Was (beim Mountainbiken oder außerhalb des MTB-Sports) bleibt dir in schöner Erinnerung?

Auf jeden Fall die Transalp 2019 mit all den sportbegeisterten Mountainbikern.

Der Start der Deutschland-Tour 2018 in Koblenz.

Alle Erlebnisse in meinen zwei anderen Hauptsportarten.

Besonders: Deutscher Jugendmeister U14 2013 und Mannschafts-Europameister U18 2015+17 im Schach.

Woran erinnerst du dich in der vergangenen Saison besonders gern?

An die Transalp mit meinem Vater Maurice. Das war ein absolut unvergessliches Erlebnis. Und wir hoffen, dass wir es im kommenden Jahr wiederholen können.

Welche Ziele hast du dir für die Saison 2019 gesetzt?

Weiterhin so gut wie möglich trainieren und bei jedem Rennen mein Bestes geben. Aber auch unbedingt den Spaß am Biken weiterhin behalten.

Je nach Zeit ein Mehrtages-Etappenrennen.


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